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Trotz Wachstum: SAPs Gewinn liegt unter den Erwartungen

SAP hat seinen Umsatz im letzten Quartal wieder steigern können, beim Gewinn aber die Erwartungen der Analysten enttäuscht. Im Rechtsstreit mit Oracle erwartet der deutsche Konzern nun sehr viel höhere Belastungen.
/ Achim Sawall
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SAP hat heute die vorläufigen Ergebnisse für das am 30. September 2010 endende dritte Quartal veröffentlicht. Der Softwarekonzern konnte den Verkauf von Software und Wartungsverträgen stark steigern und in der Wirtschaftskrise verlorene Anteile zurückgewinnen. Der Umsatz legte in dem Bereich um 20 Prozent auf 2,32 Milliarden Euro zu. Damit wurden die Erwartungen der Analysten erfüllt.

Das Betriebsergebnis und der Gewinn lagen jedoch unter den Erwartungen der Börsenexperten. Der Gewinn stieg um 9 Prozent auf 501 Millionen Euro, nach 447 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Analysten hatten 560 Millionen Euro prognostiziert. Das schwächere Ergebnis entstand durch Rückstellungen für den laufenden Rechtsstreit mit Oracle und Belastungen aus der Übernahme von Sybase für 5,8 Milliarden US-Dollar, die im Juli 2010 abgeschlossen wurde. Mit dem Kauf wollte SAP die Verbreitung seiner Produkte über mobile Plattformen beschleunigen.

Für den Prozess mit dem Konkurrenten Oracle seien die Rücklagen von 100 Millionen US-Dollar auf 160 Millionen US-Dollar erhöht worden. Dabei geht es um den Streitfall Tomorrownow, ein früheres Tochterunternehmen von SAP. Die Firma Tomorrownow, die Services für die Peoplesoft-Produkte Oracles anbot, wurde vor rund zwei Jahren von SAP als Reaktion auf Oracles Vorwürfe geschlossen. Der Prozess beginnt am 1. November 2010 vor einem Bundesgericht in Oakland, Kalifornien.

"Wir sind sehr erfreut über unser zweistelliges Wachstum bei den Software- und softwarebezogenen Serviceerlösen und den Umsatzbeitrag von Sybase" , sagte Werner Brandt, Finanzchef von SAP. "Besonders gute Ergebnisse erzielten wir in den USA und in den Wachstumsmärkten in Asien, Europa und Lateinamerika. Business Analytics hat nach wie vor höchste Priorität bei unseren Kunden und ist ein wesentlicher Wachstumstreiber."

Der weltgrößte Hersteller von Unternehmenssoftware bestätigte seinen Ausblick für das Geschäftsjahr 2010, wonach der Umsatz bei gleichbleibenden Wechselkursen um neun bis elf Prozent steigen werde. "Unser Ausblick ist ehrgeizig, aber nach den ersten drei Quartalen sind wir zuversichtlich, das zu erreichen" , sagte SAP-Co-Chef Jim-Hagemann Snabe in einem Fernsehinterview mit CNBC.


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