Marktprognose für 2011: 90 Prozent aller Notebooks kommen aus Taiwan
Auch die Geräte renommierter Marken werden im Geschäft mit Notebooks überwiegend in Taiwan hergestellt – soweit ist das schon lange bekannt. Digitimes hat nun aber eine Übersicht der Auftragsverteilung(öffnet im neuen Fenster) nach Marke und OEM ins Netz gestellt. Der für gewöhnlich gut unterrichtete Dienst beruft sich dabei auf namentlich nicht genannte Quellen bei den taiwanischen Unternehmen. Diese haben dem Bericht zufolge ihre Auftragsannahme für das Jahr 2011 bereits weitgehend abgeschlossen.
Unter den bekannten Marken stellt nur Samsung seine Notebooks noch vollständig selbst her, in diesem Fall in Korea. Auch Sony und Toshiba fabrizieren nur einen kleinen Teil ihrer Geräte in Japan, die Mehrzahl kommt auch bei diesen Unternehmen aus Taiwan, berichtet Digitimes.
Preiskampf durch Foxconn
Die Unternehmen, die ihre Notebooks ausschließlich in Taiwan fertigen lassen, streuen dabei die Aufträge auch stark – je nach Modellreihe. So lässt beispielsweise HP als weltgrößter PC-Hersteller mit 23 Millionen Exemplaren fast die Hälfte seiner Geräte bei Quanta herstellen, aber 10 Millionen auch bei Foxconn. Dieses Unternehmen, das wegen unmenschlicher Arbeitsbedingungen und geringer Löhne ständig in der Kritik steht, soll Digitimes zufolge mit besonders geringen Kosten bei den PC-Marken derzeit verstärkt auf Auftragsfang gehen.
Die beiden größten Hersteller für Notebooks bleiben in Taiwan aber auch 2011 unangefochten Quanta und Compal, sie sollen zusammen die Hälfte aller Mobil-PCs des nächsten Jahres herstellen. Acer, Apple, Dell und Lenovo sind die größten Kunden dieser beiden OEMs. Dabei gibt es klare Verteilungen: HP lässt überwiegend bei Quanta fertigen, Acer – die Nummer zwei des Weltmarktes – bei Compal. Die Nummer drei, Dell, ist bei Compal und Wistron Großkunde, daneben beschäftigt der US-Anbieter aber auch fast alle anderen OEMs.
Apple, dessen Notebooks gemessen an den verbauten Komponenten vor allem durch aufwendige Gehäuse in der Herstellung recht teuer sind, beschäftigt der Zusammenstellung zufolge nur zwei taiwanische Unternehmen. Der größte Teil der Macbooks wird mit 9 Millionen Stück beim größten OEM Quanta gefertigt, nur 2 Millionen kommen von Foxconn. Bei diesem Unternehmen lässt Apple auch iPhones und iPods herstellen.