Genervt: Wikileaks-Gründer Julian Assange bricht Interview ab
Julian Assange hat ein Interview mit dem US-Fernsehsender CNN platzen lassen. Der Wikileaks-Gründer verließ das Interview, weil die CNN-Journalistin Atika Shubert nach den Vorwürfen der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung, die in Schweden gegen Assange erhoben werden, gefragt hatte.
Keine Fragen zum Privatleben
Assange verbat sich diese Fragen. "Ich werde gehen, wenn Sie dieses sehr ernste Interview mit Fragen über mein Privatleben verderben", sagte er. Er wiederholte diese Warnung, das Interview abzubrechen, wenn sie diese Fragen nicht unterlasse, gleich mehrfach. Shubert insistierte jedoch auf ihren Fragen. Daraufhin nahm Assange das Mikrofon ab, entschuldigte sich und ließ die konsternierte CNN-Journalistin sitzen.
Video: Julian Assange lässt CNN-Journalistin sitzen |
Das Gespräch war schon davor kontrovers. Shubert hatte nach den verschiedenen Mitgliedern gefragt, die die Organisation kürzlich verlassen hatten. Darunter war auch der Sprecher, Daniel Domscheit-Berg.
Blitzableiter oder Überego?
Die Ehemaligen hatten Assange im Nachhinein vorgeworfen, die anderen Mitglieder der Organisation in den Schatten zu stellen. Assange wies das jedoch zurück. "Wir erwarten immer enorme Kritik. Es ist meine Rolle, der Blitzableiter zu sein, der die Angriffe auf die Organisation auf sich zieht. Das ist eine schwere Aufgabe, aber auf der anderen Seite bekomme ich dafür auch unangemessene Anerkennung", sagte Assange.
Danach wollte Shubert wissen, welche Auswirkungen die Anschuldigungen in Schweden gegen Assange auf Wikileaks haben – mit bekanntem Ausgang. Assange hatte die Vorwürfe gegen ihn von Anfang an bestritten. Er hielt die Anschuldigungen für eine Verleumdungskampagne mit dem Ziel, ihn und Wikileaks zu diskreditieren. Die Kampagne sei eine Reaktion auf die Veröffentlichung von mehreren zehntausend geheimen Dokumenten der US-Armee aus Afghanistan gewesen.
Neue Dokumente veröffentlicht
In der Nacht zum Samstag hat Wikileaks erneut ein großes Konvolut an Dokumenten veröffentlicht, dieses Mal aus dem Krieg im Irak. Anders als im Juli war das US-Verteidigungsministerium dieses Mal jedoch vorbereitet: Es hatte Anfang vergangener Woche seinerseits Dokumente über militärische Aktionen im Irak über das Internet zugänglich gemacht.
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