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Mac App Store: Der Anfang vom Ende der Freiheit

Mit der Ankündigung seines App Stores für Mac OS X hat Apple auch Regeln vorgelegt, denen Applikationen entsprechen müssen, um in den App Store aufgenommen zu werden. Apple setzt den Entwicklern enge Grenzen.
/ Jens Ihlenfeld
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Apple hofft, dass der Mac App Store zum aufregendsten Ort zum Entdecken und Kaufen neuer Apps auf dem Mac wird. Dabei gilt auch für den neuen App Store, dass Apple 30 Prozent des Verkaufspreises einbehält, 70 Prozent werden an den Entwickler ausgeschüttet.

Steve Jobs stellt Mac App Store vor (ab Minute 5:12)
Steve Jobs stellt Mac App Store vor (ab Minute 5:12) (07:20)

Was auf den ersten Blick verlockend klingt, dürfte für manchen Entwickler bei der Lektüre der Mac App Store Review Guidelines(öffnet im neuen Fenster) zu einem Albtraum werden, denn Apple schränkt die Freiheiten der Entwickler mit dem neuen App Store erheblich ein. Daher dürften einige Entwickler weiterhin auf die altbewährten Methoden zum Vertrieb von Software setzen und den neuen Mac App Store bestenfalls als zusätzliche Option nutzen. Denn anders als bei iOS ist der App Store für Mac OS X nicht der einzige von Apple vorgesehene Weg, um Applikationen zu installieren.

Apple stellt klar: Applikationen, die abstürzen, werden abgewiesen. Gleiches gilt für Applikationen, die Fehler aufweisen oder sich anders verhalten als versprochen. Auch undokumentierte oder versteckte Funktionen sind nicht erlaubt. Entwickler dürfen zudem ausschließlich auf von Apple bereitgestellte öffentliche APIs zugreifen.

Keine Beta, Demos oder Testversionen

Betaversionen, Demos, Trial- und Testversionen werden ebenfalls abgelehnt. Apple weist darauf hin, dass Applikationen dann abgelehnt werden, wenn sie Funktionen abdecken, für die es bereits viele andere Applikationen im App Store gibt. Abgelehnt werden gegebenenfalls auch Apps, die "nicht sehr nützlich sind" oder nicht auf Dauer unterhaltsam sind. Auch Apps, die primär Marketingmaterial oder Werbung sind, will Apple nicht im App Store haben.

App Store – Alkohol, Gewalt und Pornografie

Darüber hinaus macht Apple weitere inhaltliche Vorgaben: Apps, die zum exzessiven Konsum von Alkohol oder illegalen Substanzen anregen beziehungsweise Minderjährige zum Konsum von Alkohol oder Zigaretten verleiten, finden keinen Platz im App Store.

Applikationen, die versuchen, Informationen aus Apples Webseiten auszulesen oder Rankings aus Inhalten auf Apple-Websites zu erstellen, werden ebenfalls abgelehnt. Reine Content-Aggregatoren, Sammlungen von Links oder einfache Webclippings haben nach Apples Ansicht auch nichts im App Store zu suchen.

Diverse Punkte widmen sich dem Thema Gewalt. Apple untersagt unter anderem realistische Bilder, die zeigen, wie Menschen oder Tiere getötet, gequält oder verletzt werden. Innerhalb von Spielen dürfen "Feinde" nicht nur einzelne Rassen, Kulturen, echte Regierungen oder Unternehmen angreifen.

Auch Pornografie will Apple nicht in seinem App Store sehen.

Wer versucht, den App Store mit vielen Versionen sehr ähnlicher Apps zu überschwemmen, muss damit rechnen, wegen Spammens komplett aus dem Entwicklerprogramm ausgeschlossen zu werden.

Nur Xcode darf Pakete für den App Store erstellen

Erstellt werden dürfen die Pakete für den App Store ausschließlich mit den in Xcode enthaltenen Werkzeugen. Installer von Drittanbietern sind untersagt. Zudem muss jede Applikation alle benötigen Bibliotheken selbst mitbringen, von mehreren Applikationen geteilte Bibliotheken dürfen nicht verwendet werden. Auch dürfen keine zusätzlichen Bestandteile einer Applikation nachträglich heruntergeladen werden.

Kein Java erlaubt

Veraltete und optional installierte Technologien dürfen ebenfalls nicht verwendet werden, Apple nennt hier explizit Java und Rosetta. Apps dürfen auch nicht automatisch nach dem Booten starten oder sich ohne Erlaubnis des Nutzers in Systeme einloggen. Nicht einmal Lizenzangaben dürfen Apps nach ihrem Start anzeigen und Updates dürfen nur über den App Store erfolgen. Root-Rechte dürfen nicht verwendet werden. Auch wer ein Applikationsicon im Dock oder eine Verknüpfung auf dem Desktop hinterlässt, kommt nicht in den App Store.

Darüber hinaus schreibt Apple vor, dass sich Apps an die Apple Macintosh Human Interface Guidelines(öffnet im neuen Fenster) zu halten haben. Sie dürfen Apple-Applikationen wie Finder, iChat, iTunes und Dashboard aber nicht zu sehr ähneln, denn auch das ist ein Ausschlussgrund.


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