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Kernel: Linux 2.6.36 veröffentlicht

Linus Torvalds hat den Linux-Kernel in der Version 2.6.36 veröffentlicht. Er enthält einige neue Funktionen, verbesserte Hardwareunterstützung und kann mit einer neuen Prozessorarchitektur umgehen.
/ Jens Ihlenfeld
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Linux 2.6.36 unterstützt erstmals die Tilera-Architektur und läuft mit den Tile-Prozessoren von Tilera. Diese bringen bis zu 100 Rechenkerne – einfache FPUs, die in einem Mesh-Netzwerk verbunden sind. Gedacht sind die Chips vor allem für Netzwerkgeräte.

Für Intels Core i3 und i5 mit integrierter Grafik gibt es Unterstützung für Intelligent Power Sharing, um die Leistung einer CPU bei gegebener RDB (Thermal Design Power) zu maximieren. Dabei wird die Leistungsaufnahme und Temperatur der GPU überwacht und die Taktfrequenz der CPU angepasst.

Der mit Linux 2.6.30 eingeführte FS-Cache wurde um Unterstützung für CIFS erweitert. Bislang unterstützt er nur die Protokolle NFS und AFS.

Nach langer Zeit hat auch Apparmor den Weg in den Linux-Kernel geschafft: Nachdem Ubuntu-Entwickler das Sicherheitsframework erneut für die Aufnahme in den Kernel eingereicht hatten, akzeptierte Torvalds den Patch für diese Kernel-Version. Damit endet ein jahrelanges Aufnahmeverfahren für Apparmor, das unter anderem in Ubuntu und teils in Opensuse für erweiterte Sicherheitseinstellungen sorgt.

Zudem wurde Fanotify integriert, ein Benachrichtigungssystem für Dateisysteme, auf dem neue Versionen von inotify und dnotify basieren. Die Schnittstelle stellt Userspace-Applikationen-Ereignisse wie Open, Close, Read sowie Write zur Verfügung und erlaubt es, aus dem Userspace heraus den Aufruf Open zu unterbinden. Gedacht ist das in erster Linie für Virenscanner und Ähnliches.

Der Kernel-Debugger KDB kann nun aus X.org aufgerufen werden, was bisher aber nur für Intel-Chips umgesetzt ist. Überarbeitet wurden darüber hinaus die sogenannten Workqueues, die nun von einem Thread-Pool-Manager verwaltet werden. Ein neuer Out-of-Memory-Killer soll für bessere Entscheidungen sorgen, wenn ein Prozess beendet werden muss, weil dem System der Speicher ausgeht.

Zu dem Schwung neuer und aktualisierter Treiber gesellt sich ein rudimentäres KMS-Modul für Nvidias aktuellen Fermi-Grafikchip. Außerdem erhält das in Kernel 2.6.35 eingepflegte Subsystem für Infrarot-Receiver ein neues Interface für Treiber. Einige Treiber sind dem Licr-Userspace-Daemon bereits beigelegt, etwa für HVR-1250 und TeVii S470. Das Sensor-Framework Hwmon erhielt ebenfalls zahlreiche Patches, um es auf den aktuellen Stand zu bringen.

Linux 2.6.36 steht ab sofort unter kernel.org(öffnet im neuen Fenster) zum Download bereit.


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