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Google Street View: Fotofahrzeuge sammeln keine WLAN-Daten mehr

Obwohl Daten über WLANs wichtig sind für ortsbezogene Dienste, werden Googles Fotofahrzeuge diese Daten künftig nicht mehr sammeln. Das schreibt Kanadas oberste Datenschützerin Jennifer Stoddart in ihrem Bericht über die Panne bei der WLAN-Erfassung von WLAN-Daten.
/ Werner Pluta
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Googles Fotofahrzeuge werden künftig keine WLAN-Daten mehr sammeln. Das geht aus dem Bericht des Office of the Privacy Commissioner of Canada(öffnet im neuen Fenster) hervor. "Die Datensammlung ist ausgesetzt, und Google plant nicht, sie wieder aufzunehmen", schreibt Jennifer Stoddart, Kanadas oberste Datenschützerin.

Nutzer sammeln WLAN-Daten

Google hatte für das Angebot Street View WLAN-Daten gesammelt. Karten mit den Positionen von drahtlosen Netzen werden beispielsweise für ortsbezogene Dienste gebraucht. Google wolle diese Daten aber nicht mehr selbst sammeln, schreibt Stoddart. Das Unternehmen beabsichtige, diese Daten nur noch über die Smartphones von Nutzern zu erfassen.

Google Street View und Datenschutz
Google Street View und Datenschutz (01:53)

Das macht Google im Prinzip schon jetzt: Wenn Smartphone-Nutzer über Google Maps ihre Position feststellen, können sie WLANs dazu nutzen: Sie schicken die MAC-Adressen der WLANs in der Umgebung an Google. Die Daten werden mit der Datenbank aus den Street-View-Fahrten verglichen. Die Position des Nutzers wird durch Triangulation errechnet. Google speichere dabei nicht den Standort eines Nutzers und wolle das auch in Zukunft nicht tun, schreibt Stoddart. Das Unternehmen erkenne aber an, dass diese Methode zur Datensammlung eine Gefahr für die Privatsphäre berge und werde die Bedenken prüfen.

Vertrauliche Daten aufgezeichnet

Im Frühjahr war bekanntgeworden, dass Googles Fotofahrzeuge auf ihren Fahrten nicht nur WLANs erfasst, sondern dabei auch Daten aus offenen WLANs mitgeschnitten hatten, darunter auch vertrauliche Daten wie E-Mail-Passwörter oder Bankdaten. Damit hatte Google weltweit für Empörung gesorgt.

Nach Angaben des Unternehmens waren die Daten auf Grund eines Fehlers in der Software aufgezeichnet worden. Die Nachforschungen der kanadischen Datenschützer hätten jedoch ergeben, dass der Programmierer in der Dokumentation seiner Arbeit Hinweise auf Datenschutzprobleme gegeben hatte. Er hielt diese aber für oberflächlich und leitete seine Dokumentation – entgegen den üblichen Gepflogenheiten bei Google – auch nicht an den zuständigen Juristen weiter. Deshalb seien die Auswirkungen der Software, die die WLAN-Daten gesammelt hat, auf die Privatsphäre nicht überprüft worden.

Nicht beigelegt

Das sei ein "fahrlässiger Fehler, den ich sehr ernst nehme", rügt Stoddart. Sie hält die Angelegenheit für "wohlbegründet und noch ungelöst". Das werde erst der Fall sein, wenn Google die Datenschutzschulungen für seine Mitarbeiter überarbeitet, das Unternehmen umfassende Datenschutzrichtlinien einführt und diese durch namentlich benannte Beauftragte überwachen lässt. Außerdem müsse Google alle Daten, die von kanadischen WLAN-Nutzern erfasst wurden, löschen.

Stoddart hat Google eine Frist gesetzt: Bis Anfang Februar kommenden Jahres hat das Unternehmen Zeit, diese Forderungen zu erfüllen.


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