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Spieletest MMA: Schlagen, Treten und Posen

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Überraschungserfolg der umstrittenen Kampfsportserie UFC und der dazugehörigen Videospiele von THQ erste Nachahmer auf den Plan rufen würde. EA Sports macht den Anfang und schickt MMA-Athleten in brutale Kämpfe im Ring und am Boden.
/ Thorsten Wiesner
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Das Kürzel MMA steht für Mixed Martial Arts – eine Anspielung auf die unterschiedlichen Stile, die sich in den Kämpfen des Computerspiels kombinieren lassen und die von Boxen über Ringen bis Teakwondo und Judo reichen können. Eine offizielle Lizenz – etwa wie die von THQ vermarktete UFC – besitzt EA Sports zwar nicht, dafür wurden einige bekannte Profis ins Spiel integriert.

MMA – Trailer
MMA – Trailer (01:42)

MMA lässt den Spieler wählen, ob er zunächst einen einzelnen Kampf absolvieren will – wobei neben Gewichtsklasse auch Regeln wie die erlaubten Aktionen im Bodenkampf und der Wettbewerbsort festgelegt werden können. Spieler können sich in einem Onlinespiel vergnügen, das Tutorial absolvieren oder lieber gleich den Karrieremodus starten. Letzterer ist das Herzstück des Titels – und auch besser und umfangreicher umgesetzt, als es in vielen anderen Sportspielen der Fall ist.

Das beginnt bei der umfangreichen Charaktererstellung, in der sich nicht nur Name, Herkunft, Muskelpakete und bevorzugte Kampfstile wählen lassen, sondern auch Tätowierungen an allen möglichen Körperstellen. Später lassen sich dort auch Präsentationsvideos und Posen zum Herausstellen des eigenen Recken erschaffen. Auch der Ablauf der einzelnen Stationen ist gelungen inszeniert: Es beginnt mit einleitenden Worten und ersten Trainingsstunden beim Coach und führt dann in immer größere Arenen, in denen nach und nach bekanntere und mächtigere Herausforderer warten.

Kämpfe auch für Einsteiger

Bei der Bedienung setzt Electronic Arts im Gegensatz zur THQ-Konkurrenz auf größtmögliche Zugänglichkeit – und nutzt viele Mechanismen der Fight-Night-Reihe: Spieler steuern ihren Recken mit dem linken Stick, einfache Attacken werden mit dem rechten ausgeführt. Für Blocks und Klammergriffe reicht jeweils ein einfacher Tastendruck, und auch im Bodenkampf genügen meist wenige Tasten für alle relevanten Aktionen. Natürlich bietet auch MMA diverse Kombos und Spezialattacken, die nach und nach erlernt werden können und ein bisschen Einarbeitungszeit verlangen, nichtsdestotrotz ist der Einstieg ins Spiel hier deutlich leichter – platzierte Tritte und Schläge gelingen auch Neulingen nach wenigen Minuten, dafür erreicht das Spielgefühl auch später nie ganz die Tiefe und Komplexität, die Profis bei der Konkurrenz schätzen.

Im Gegensatz zur UFC-Reihe präsentiert sich MMA außerdem recht zahm. Der Coach erinnert immer wieder daran, wie wichtig Taktik und geplantes Vorgehen sind und wie wenig stumpfe Attacken bringen; zudem sind Angriffe auf am Boden liegende Kämpfer zwar möglich, wirken hier aber nie wirklich brutal. Auch die sonstige Inszenierung setzt mehr auf Entertainment, weniger auf martialisches Verhalten – wenn auch die genretypischen Anmoderationen (in Englisch mit deutschen Untertiteln) und die harten Crossover-Klänge natürlich nicht fehlen.

MMA ist für Xbox 360 und Playstation 3 ab dem 21. Oktober 2010 erhältlich, kostet etwa 70 Euro und hat von der USK keine Jugendfreigabe erhalten.

Fazit

Zugänglicher, aber auch unspektakulärer: MMA setzt auf einfache Bedienung und einen umfangreichen Karrieremodus, kann bei Inszenierung und Spieltiefe allerdings nicht ganz mit der Intensität der UFC-Reihe mithalten. Vorteil dieser anderen Herangehensweise ist, dass UFC und MMA problemlos nebeneinander existieren können – beide Spiele decken etwas andere Facetten des Kampfsportes ab und sind für sich genommen durchaus gelungen und empfehlenswert.


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