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Open Web Apps: So stellt sich Mozilla die App-Zukunft vor

Apps, die auf jedem Gerät laufen, kostenlos oder kostenpflichtig, und die über App Stores oder direkt von ihren Entwicklern verteilt werden. So in etwa stellt man sich bei Mozilla eine offene App-Plattform vor. Eine entsprechende Definition samt Prototyp wurde veröffentlicht.
/ Jens Ihlenfeld
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Mozillas Open-Web-App-Ecosystem basiert auf Webstandards wie HTML, CSS und Javascript. Die offene Plattform stellt einen Gegenentwurf zu geschlossenen App Stores für einzelne Systeme dar, wie sie vor allem bei mobilen Endgeräten nach dem Vorbild von Apples App Store zu finden sind. Mozillas System sieht vor, dass jeder entsprechende Applikationen ohne eine zentrale Prüfinstanz veröffentlichen sowie App Stores betreiben kann, und die Applikationen plattformunabhängig auf dem Desktop und auf mobilen Endgeräten laufen - seien es Spiele, ein E-Mail-Client oder Unternehmenssoftware wie eine Tabellenkalkulation.

Das von Mozilla vorgeschlagene System ist mit allen modernen Browsern kompatibel, Firefox ab Version 3.6, Firefox Mobile, Internet Explorer ab Version 8, Chrome ab Version 6, Safari ab Version 5, Opera ab Version 10 und mobilen Browsern auf Basis von Webkit.

Mozilla Labs - Open Web Apps
Mozilla Labs - Open Web Apps (05:05)

Mozillas System verfügt explizit über die Möglichkeit, Applikationen kostenpflichtig anzubieten. Dazu wurden Mechanismen zur Identifikation und Authentifizierung von Nutzern auf Basis bestehender Standards wie OpenID integriert. Dabei soll sichergestellt werden, dass eine kostenpflichtige Applikation auch auf mehreren Geräten und in mehreren Browsern genutzt werden kann, ohne dass dafür nochmals bezahlt werden muss. Zudem können die Apps Nutzer automatisch beim Start einloggen.

Die Applikationen lassen sich sowohl in ein Dashboard installieren, das im Browser läuft, als auch wie native Applikationen vom Desktop oder Startbildschirm eines mobilen Endgeräts starten.

Zudem sieht das System vor, dass Applikationen aus der Cloud per Push mit Nachrichten versorgt werden können. Auch eine applikationsübergreifende Suche ist vorgesehen, so dass der App-Container, was in aller Regel der Browser ist, die Inhalte mehrerer Applikationen durchsuchen kann.

Ein Manifest macht eine Open Web App

Um eine bestehende Webapplikation oder Webseite in Mozillas System zu integrieren, genügt eine Manifestdatei(öffnet im neuen Fenster) . In dieser sind Informationen zur Applikation zusammengefasst, beispielsweise wo die Applikation zu finden ist, welche Anforderungen sie stellt und welche Icons benutzt werden sollen.

Darüber hinaus besteht Mozillas App-Plattform aus einem Applikations-Repository(öffnet im neuen Fenster) , das die Manifestdateien für alle Applikationen enthält, die ein Nutzer installiert hat. Zudem ist eine Methode zur Installation von Applikationen(öffnet im neuen Fenster) in das Repository vorgesehen.

Das System umfasst zudem ein Dashboard(öffnet im neuen Fenster) . Dabei handelt es sich um eine Art Userinterface, durch das Applikationen verwaltet, entdeckt und gestartet werden können. Optional können Apps auch über das Netzwerk kommunizieren, beispielsweise um zu überprüfen, ob für eine Applikation bezahlt wurde.

Die Spezifikation samt ausführlicher Dokumentation ist unter apps.mozillalabs.com(öffnet im neuen Fenster) zu finden. Dort stehen auch eine beispielhafte Implementierung eines App Stores(öffnet im neuen Fenster) , ein App-Verzeichnis(öffnet im neuen Fenster) sowie ein Beispiel für eine ohne App Store veröffentlichte Applikation(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung. Der entsprechende Quellcode findet sich bei Github(öffnet im neuen Fenster) .

Einen eigenen App Store will Mozilla im Übrigen nicht anbieten und geht davon aus, dass sich hier andere profilieren werden.


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