Roboterapotheke: Weniger Kosten, weniger Fehler
Bereits nach wenigen Monaten haben die Betreiber des Forth Valley Royal Hospital in Larbert in der schottischen Grafschaft Stirlingshire eine positive Bilanz für ihre Robotersysteme gezogen: Der Einsatz der drei Apothekenroboter bringe immense finanzielle Einsparungen und habe außerdem Fehler in der Ausgabe der Arzneimittel verringert, berichtet die BBC(öffnet im neuen Fenster) .
Der Roboter sortiert
Schon bei der Anlieferung unterstützt die Technik die Menschen: So muss nicht mehr das Pflegepersonal die Medikamente von Hand in die Regale im Magazin einordnen. Die Packungen werden einfach nur auf ein Förderband gelegt. An dessen Ende werden die Strichcodes gescannt und die Medikamente automatisch sortiert.
Dabei arbeiten die Roboter vollständig autark: Das System, nach dem sie die Medikamente einsortieren, wurde eigens für die Roboter entwickelt und wird auch nur von ihnen durchschaut. Sie sortierten die Arzneimittel nicht einfach nach dem Alphabet, sondern so, dass der Lagerplatz effizient genutzt werde und nach der Häufigkeit des Gebrauchs, erklärt Jann Davidson, leitende Apothekerin des Krankenhauses.
Tablet statt Rezept
Um ein Medikament anzufordern, wird kein Zettel mehr ausgefüllt. Stattdessen verfügt das Personal auf den Stationen über Tabletcomputer, über die die Arznei direkt bei einem der Apothekenroboter angefordert wird. Das System ist auch über den Stationscomputer einsehbar. Ein Farbsystem zeigt an, in welchem Stadium sich eine Bestellung gerade befindet.
Dieses System erspare den Schwestern viel Zeitaufwand, sagte Helen Paterson, die stellvertretende Pflegeleiterin. Früher hätten sie ein Rezept per Hand ausfüllen und es dann in die Apotheke bringen müssen. Diese Zeit könnten sie jetzt den Patienten widmen.
Weniger auf Lager
Durch den Einsatz der Roboter hat das Krankenhaus laut Davidson bei den Medikamenten bereits über eine halbe Million britische Pfund gespart. Das komme unter anderem daher, dass die Lagerhaltung deutlich verringert worden sei, sagte Davidson. Damit haben sich die drei Roboter bereits amortisiert, die zusammen 400.000 Pfund gekostet haben.
Lediglich ein Problem sei bisher aufgetreten, sagen die Schotten: Die Roboter können nur Arzneimittel verarbeiten, die in kleinen, eckigen Kartons verpackt sind. Allerdings wolle die Pharmaindustrie ihre Verpackungen entsprechend umgestalten, damit sie für diese und andere Apothekenroboter kompatibel seien, erklärten die Krankenhausmitarbeiter.