Openoffice.org: Oracle geht auf Konfrontationskurs mit Libreoffice

Oracle fordert die Mitglieder der Openoffice.org-Abspaltung Libreoffice und der dahinterstehenden Document Foundation auf, das Community Council von Openoffice.org zu verlassen, das geht aus dem Chatprotokoll der Community-Council-Session vom 14. Oktober 2010(öffnet im neuen Fenster) hervor: Wenn sich die Mitglieder der Document Foundation nicht von dieser lossagen, müssen sie das Community-Council von Openoffice.org bis Dienstag verlassen, fasste Louis Suárez-Potts, als Communitymanager bei Oracle für das Projekt Openoffice.org verantwortlich, die Diskussion in der letzten Woche zusammen.
Demnach geht Oracle auf Konfrontationskurs mit Libreoffice und der Document Foundation. Oracle-Mitarbeiter im Community Council argumentieren, wer in beiden Projekten Schlüsselrollen einnimmt, begebe sich in einen Interessenkonflikt. Zudem würden solche Doppelrollen nach außen hin für Verwirrung sorgen.
Die Communitymitglieder von Openoffice.org wollen mit der Gründung der internationalen Document Foundation die Zukunft der freien Office-Software sicherstellen. Außerdem soll damit der Weg in die Unabhängigkeit eingeschlagen werden. Die Stiftung wird sich um die Entwicklung und Vermarktung von Openoffice.org kümmern. Mit dabei sind Google, Novell, Red Hat, Canonical, The Open Source Initiative, die Gnome Foundation, Neooffice und Credativ. Oracle hingegen erteilte der neuen Stiftung eine Absage und forderte die Community auf, sich auch weiterhin an Openoffice.org zu beteiligen.
Betroffen von Oracles Vorgehen sind Charles-H. Schulz, Christoph Noack und Cor Nouws. Nouws hatte die Argumente im Chat zurückgewiesen und eine persönliche Aussprache angeregt, um den Bedenken entgegenzutreten.



