iPad & Co.: Tablets krempeln den Hardwaremarkt um
Die Analysten von Gartner gehen davon aus(öffnet im neuen Fenster), dass allein bis Ende 2010 schätzungsweise 19,5 Millionen Tablets verkauft werden – vor allem durch den Erfolg des iPads. Das große Interesse an Tablets führe dazu, dass von anderen Gerätetypen weniger verkauft werden. Das betrifft vor allem Mini-Notebooks wie Netbooks, geht aber auch an E-Book-Readern, Spielehandhelds und Mediaplayern nicht spurlos vorbei.
Am stärksten sollen High-End-Smartphones durch 7-Zoll-Tablets betroffen sein. Für ihre Nutzer wird es nur schwer zu rechtfertigen sein, warum sie beides einsetzen, obwohl es nur geringe Unterschiede bei der Nutzung gibt. Wer sich ein 7-Zoll-Tablet kaufe, werde deshalb wohl eher zu einem günstigeren Smartphone mit kleinerem Formfaktor greifen. Anders als Netbooks und Smartphones sollen hingegen herkömmliche Notebooks – auch Einsteigergeräte – kaum vom Tablet-Erfolg betroffen sein.
Die Auswirkungen auf den Hardwaremarkt treffen auch Chiphersteller – weder AMD noch Intel sind derzeit in wichtigen Tablets vertreten und tun sich schwer, das zu ändern. Während ihr Einfluss schwindet(öffnet im neuen Fenster), steigt der von Konkurrenten wie ARM.
Selten von Firmen gekauft
In den nächsten Jahren soll die Tablet-Nachfrage noch steigen. Gartner geht von steigenden Tablet-Verkäufen aus, zumal in den nächsten zwei Jahren die durchschnittlichen Preise auf unter 300 US-Dollar sinken würden. Für 2011 erwarten die Marktforscher 54,8 Millionen verkaufte Tablets, für 2012 rund 103 Millionen, für 2013 rund 154 Millionen und für 2014 über 208 Millionen.
In Unternehmen werden 10-Zoll-Tablets als Begleitgeräte zu Smartphones und Notebooks eingesetzt; um Präsentationen zu zeigen und um schnell auf E-Mails, Kalender, Befragungstools und Informationen zugreifen zu können. Die meisten Unternehmen kaufen aber keine Tablets, stattdessen kaufen sie sich die Angestellten selbst, um sie auf der Arbeit und zu Hause einzusetzen.
Beliebt in Privathaushalten
Auf dem Weg vom Early-Adopter- zum Mainstream-Produkt werden Tablets im Privathaushalt und besonders bei Familien eine immer größere Rolle spielen. Ihre Touchscreen-Bedienung, die zur Verfügung stehenden Anwendungen und die im Vergleich zum vollwertigen Computer leichtere Inbetriebnahme sollen das begünstigen.
"Bei sinkenden Preisen werden Media-Tablets zur Liste der Geräte gehören, die im Haus herumliegen und gemeinsam von der Familie genutzt werden", erwarten die Analysten.
Vergünstigte Tablets mit Mobiltarifen
Der Anteil von Tablets, die sowohl WLAN als auch Mobilfunknetze unterstützen, soll 2010 bei 55 Prozent liegen. Bis 2014 soll ihr Anteil auf 80 Prozent gestiegen sein. Mobilfunkanbieter werden zunehmend auf den Trend weg von Netbooks hin zu Tablets reagieren und vergünstigte Geräte in Verbindung mit Verträgen anbieten.
Auf Nordamerika entfallen derzeit noch 61 Prozent der weltweiten Tablet-Verkäufe. Bis 2014 soll Nordamerikas Anteil auf 43 Prozent sinken, durch die Verbreitung von Tablets in weiteren Märkten.
Unter Media Tablets fasst Gartner Geräte zusammen, die Betriebssysteme wie iOS, Android, WebOS oder Meego nutzen. Neben dem Apple iPad zählen dazu beispielsweise auch Samsungs Galaxy Tab und das Cisco Cius.
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