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Apfelmännchen: Benoît Mandelbrot erliegt Krebsleiden

Die filigranen, am Computer generierten Visualisierungen von hochkomplexen mathematischen Funktionen haben ihn bekanntgemacht. Eine davon, das Mandelbrot-Männchen, ist nach ihm benannt. Ende der vergangenen Woche ist Benoît Mandelbrot, der Begründer der fraktalen Mathematik, im Alter von 85 Jahren gestorben.
/ Werner Pluta
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Der französisch-amerikanische Mathematiker Benoît Mandelbrot ist gestorben. Der Wissenschaftler erlag einem Krebsleiden, berichtet die New York Times(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf seine Witwe.

Mandelbrot-Männchen

Bekanntgeworden ist Mandelbrot durch ästhetische, stark verästelte Computergrafiken mit filigranen Formen, allen voran eine Figur, die nach ihm Mandelbrot-Männchen oder wegen seiner Form auch Apfelmännchen genannt wird. Es handelte sich dabei um die Visualisierungen hochkomplexer mathematischer Berechnungen, sogenannter Fraktale. Das Besondere daran ist, dass sich die Formen des Fraktals bis in die kleinste Verzweigung fortsetzen.

Fraktaler Zoom auf das Apfelmännchen
Fraktaler Zoom auf das Apfelmännchen (04:00)

Mit Hilfe der fraktalen Mathematik lassen sich solche, sich wiederholende Formen, die in der Natur vorkommen, berechnen. Selbstähnlichkeit wird das Phänomen genannt. Es tritt beispielsweise bei Farnblättern auf, bei Eisblumen oder beim Blumenkohl und seinen Verwandten, allen voran dem Romanesco(öffnet im neuen Fenster).

Berechnung der britischen Küste

Mandelbrot selbst war auf die fraktale Mathematik gekommen, als er als junger Forscher die Länge der Küste Großbritanniens berechnen wollte. Dabei stellte er fest, dass die Küstenlinie durch Einbuchten viel länger wird als auf Karten dargestellt. Je genauer er hinsah, desto länger wurde die Küste. Bedeutung hat die fraktale Mathematik in der Theorie komplexer Systeme oder Chaosforschung.

Mandelbrot wurde am 20. November 1924 in Warschau geboren. 1936 übersiedelte die Familie nach Frankreich, erst nach Paris, später in den Süden. Mandelbrot studierte Mathematik in Lyon und Paris und Aeronautik am California Institute of Technology. Bis in die 50er Jahre arbeitete Mandelbrot abwechselnd in Europa und den USA. 1958 übersiedelte er endgültig in die USA. Er arbeitete bis 1987 am Thomas J. Watson Research Center der IBM bei New York. Danach erhielt er einen Lehrstuhl an der renommierten Universität in Yale. 2005 wurde Mandelbrot emeritiert.

Wie erst am Wochenende bekanntwurde, erlag Mandelbrot bereits am 14. Oktober 2010 in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts seinem Krebsleiden. Er starb im Alter von 85 Jahren.


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