Gegen den Bundestrojaner: Ubuntu Privacy Remix 10.04 vorgestellt
Das Team Ubuntu-Privacy-Remix hat das Release von Ubuntu Privacy Remix 10.04(öffnet im neuen Fenster) unter dem Codename Locked Lynx veröffentlicht. Die Macher des Linux-Live-Systems sind angetreten, um Menschen weltweit vor staatlicher Überwachung, vor trojanischen Pferden, vor Rootkits und Keyloggern von Kriminellen zu schützen.
Deren Angriffe zielten darauf ab, verschlüsselte Daten dann abzugreifen, wenn sie im Klartext vorliegen, also beispielsweise vor der Verschlüsselung, nach der Entschlüsselung oder während verschlüsselte Volumes geöffnet sind. Das Remix-Team verlegt die Bearbeitung sensibler Daten in eine abgeschottete Arbeitsumgebung, die strikt von allem anderen getrennt sein soll, was sonst auf dem Computer passiert. Das System befinde sich daher auf einer Live-DVD, mit der der Rechner gestartet wird. Die auf dem Computer installierte Software bleibe durch den Einsatz von Ubuntu-Privacy-Remix unverändert. Alle Benutzerdaten liegen auf verschlüsselten Datenträgern.
"Wir wissen, dass Ubuntu 10.10 gerade freigegeben wurde. Aber wir halten Stabilität für Ubuntu Privacy Remix für wichtiger und arbeiten wann immer möglich mit LTS-Versionen", sagte Mark Preetorius vom Entwicklerteam.
Ubuntu Privacy Remix (UPR) 10.04 basiert auf Ubuntu 10.04 Lucid Lynx und soll mehr und neuere Hardware unterstützen. Der UPR-Kernel sei auf der Basis des Ubuntu-Kernels 2.6.32.23 neu erstellt worden, was verkürzte Startzeiten verspricht. Das ISO der neuen Version ist zu groß und kann nicht mehr auf eine CD gebrannt werden. Darum werden Hybrid-ISOs angeboten, die auf DVD und auf USB-Sticks geschrieben werden können.
Einige neue Funktionen sind hinzugekommen: Truecrypt wurde auf die Version 6.3a aktualisiert. Das Team hat den Quellcode nach eigenem Bekunden vollständig geprüft. Bei Truecrypt Version 7.0 habe es dagegen Probleme mit der Abwärtskompatibilität gegeben, weshalb 6.3a verwendet wurde. Ein neues, selbst geschriebenes Frontend für die Ver- und Entschlüsselung soll Seahorse ersetzen. Das Frontend könne GnuPG-Funktionen wie Verschlüsselungsgruppen und die Wiederherstellung eingebetteter Dateinamen abbilden. Alle Empfängerschlüssel einer Datei ließen sich mit der Benutzeroberfläche anzeigen und große Bunde mit über 300 Schlüsseln würden durchsuch- und filterbar. Die Druckerkonfiguration werden im erweiterten Container mitgesichert.
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