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Finanzierung: Moneybookers sperrt Wikileaks das Konto

Die Veröffentlichung der Afghanistan-Dokumente hat für Wikileaks auch finanzielle Folgen. Der Bezahldienst Moneybookers hat das Konto der Organisation als Reaktion auf Ermittlungen der Behörden in USA und Australien gesperrt. Das sei Finanzkrieg gegen Wikileaks, klagt Gründer Julian Assange.
/ Werner Pluta
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Die Finanzierung der Organisation Wikileaks ist gefährdet: Der britische E-Payment-Dienstleister Moneybookers hat das Konto, über das die Organisation einen Großteil ihrer Spenden erhält, eingefroren, berichtet die britische Tageszeitung Guardian(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eine E-Mail-Korrespondenz zwischen Wikileaks und dem Unternehmen.

Ermittlungen wegen Geldwäsche

Moneybookers begründete den Schritt damit, dass die Organisation Anfang August 2010 von der US-Regierung unter Beobachtung gestellt und von der australischen Regierung auf eine schwarze Liste gesetzt worden sei. Nach einer Überprüfung durch die Sicherheitsabteilung von Moneybookers sei das Konto geschlossen worden, "um sich Geldwäsche- und weiteren Ermittlungen durch Regierungsbehörden zu fügen" , zitiert der Guardian aus einer E-Mail, die Moneybookers Wikileaks am 13. August geschickt hat.

Zunächst habe es Probleme gegeben, weil auf das Konto von einer verbotenen IP-Adresse aus zugegriffen worden war. Das Konto sei deshalb zeitweise gesperrt worden, schrieb der zuständige E-Commerce-Manager von Moneybookers in einer zweiten Mail an Julian Assange, den Gründer von Wikileaks. Er habe die Angelegenheit deshalb der Rechtsabteilung übergeben. Diese untersuchte die Angelegenheit und beendete die Geschäftsbeziehung mit dem Hinweis auf die Aktionen der Behörden in Australien und den USA.

Finanzkrieg gegen Wikileaks

Diese stehen in engem Zusammenhang mit der Veröffentlichung geheimer Dokumente der US-Armee auf der Seite von Wikileaks Ende Juli 2010. Die hatte in den USA großen Aufruhr und Empörung ausgelöst . Entsprechend warf Assange den USA vor, einen Finanzkrieg gegen Wikileaks zu führen.

Moneybookers hingegen warnte Assange vor möglichen Konsequenzen der Aktion. Allzu ängstliches Verhalten gegenüber der US-Regierung werde von den Nutzern nicht sehr geschätzt. Das britische Unternehmen ist indes nicht der einzige Dienstleister, über den Spenden an Wikileaks überwiesen werden können. Das geht auch über Paypal und den von Pirate-Bay-Gründer Peter Sunde entwickelten Mikrobezahldienst Flattr .


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