Feindliche Übernahme: AOL möchte Yahoo kaufen
AOL will zusammen mit mehreren Finanzinvestoren Yahoo übernehmen. Das berichten das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) und die Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) aus informierten Kreisen. Danach sollen Silver Lake Partners und Blackstone Group zu den Angreifern gehören. Yahoo sei in die Gespräche noch nicht einbezogen. Ob es wirklich zu einem Übernahmeangebot an die Yahoo-Aktionäre kommt, sei noch nicht endgültig entschieden. Yahoo habe die Investmentbank Goldman Sachs Group engagiert, um das feindliche Übernahmeangebot abzuwehren.
Time Warner hatte AOL Ende 2009 ausgegründet. Die Firma hat eine Marktkapitalisierung von 2,68 Milliarden US-Dollar, Yahoo kommt dagegen auf einen Börsenwert von 20,56 Milliarden US-Dollar.
Eines der möglichen Szenarien wäre, dass Alibaba, Chinas größtes E-Commerce-Unternehmen, seine Anteile von Yahoo zurückkauft. Alibaba-Chef Jack Ma hat daran Interesse. Die Alibaba Group gehört zu 40 Prozent dem US-Internetkonzern Yahoo. Der Wert der Anteile wurde bisher mit circa 1 Milliarde US-Dollar angegeben. Das Wall Street Journal kommt jedoch unter Berufung auf Analystenangaben auf 10 Milliarden US-Dollar. Weitere Anteile von Yahoo sollten an Medien- und IT-Unternehmen verkauft werden.
Ein anderes Modell wäre eine Fusion von Yahoo mit AOL, um gemeinsam mehr Geld mit Onlinewerbung zu verdienen. Yahoo hat nach eigenen Angaben 600 Millionen Nutzer. Yahoo und AOL diskutierten bereits im Jahr 2008 eine Fusion, als Yahoo ein 45-Milliarden-Dollar-Übernahmeangebot von Microsoft vorliegen hatte.
Finanzkonzerne prüfen schon seit einiger Zeit eine Übernahme von Yahoo. Das Internetunternehmen verliert seit Monaten Topmanager, weil bezweifelt wird, ob Konzernchefin Carol Bartz der Turnaround gelingt. Bartz hatte erklärt, sie brauche mehr Zeit. Ihr gelang durch Stellenabbau zwar eine Kostensenkung, aber der Umsatz wächst nicht stark genug, während Google und Facebook stark vom Boom bei der Bannerwerbung profitieren. Yahoo übernahm zuletzt selbst das Smart-Ads-Startup Dapper.
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