Nokia Siemens Networks: Bis zu 300 Jobs weniger in Deutschland
Nokia Siemens Networks baut in Deutschland 270 bis 300 Arbeitsplätze ab. Der finnisch-deutsche Mobilfunkausrüster wird die Stellen in Bruchsal streichen, berichten die in Karlsruhe erscheinenden Badische Neueste Nachrichten(öffnet im neuen Fenster) . "Wir sind überzeugt, dass dies der richtige Weg ist, um den Standort nachhaltig zu sichern" , sagte eine Sprecherin der Zeitung. Der Stellenabbau erfolge in Form von betriebsbedingten Kündigungen.
Der Betriebsratsvorsitzende Ernst Färber sagte der Zeitung, er erwarte einen Abbau von 300 Arbeitsplätzen. Damit falle die Hälfte der Arbeitsplätze in der Produktion weg. Insgesamt arbeiten in der Nokia-Siemens-Networks-Niederlassung in Bruchsal 900 Menschen. Nach Informationen der IG Metall will das Unternehmen die Fertigung überwiegend nach Indien und die Reparatur nach Ostasien verlagern. Die Planungen für die Entlassungen waren teilweise schon im April 2010 bekannt geworden.
Der Betriebsrat hat zur Stunde eine Protestkundgebung auf dem Gelände des Siemens-Technoparkes in Bruchsal angesetzt. Färber sagte, die Belegschaft streite "nicht um einen sozialverträglichen Abbau, sondern um den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort." Mitte 2010 hatte der Betriebsrat wegen der sehr guten Auslastung des Werkes noch Überstunden zugestimmt, die Kurzarbeit wurde ausgesetzt. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrats hat sich in Deutschland die Beschäftigung seit Bestehen von Nokia Siemens Networks dramatisch nach unten entwickelt. Gestartet ist das Joint Venture 2007 mit 13.500 Beschäftigten im Inland, nun liegt die Zahl der Mitarbeiter bei 8.500.
Ende 2009 hatte der Ausrüster den Abbau von über 5.700 Stellen angekündigt. Im Juli 2010 kaufte das Unternehmen für rund 1,2 Milliarden US-Dollar die Abteilung für Mobilfunkausrüstung vom US-Technologiekonzern Motorola. Nokia Siemens Networks war 2007 als 50/50-Gemeinschaftsunternehmen gegründet worden. Die Firma machte 2009 einen Verlust von 1,6 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich zum Auftragsrückgang in der Weltwirtschaftskrise nahm der Druck durch die chinesischen Konkurrenten Huawei und ZTE stark zu.
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