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Geforce GTS 430: Nvidias kleinster Fermi für 80 Euro

Bereits die sechste Grafikkarte mit Fermi-Architektur stellt Nvidia nun vor. Die Geforce GTS 430 ist besonders günstig, aber nicht sehr schnell. Dafür lässt sie sich aber auch in halber Bauhöhe und mit passiver Kühlung fertigen, was sie für Mediacenter-PCs interessant macht.
/ Nico Ernst
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Die GTS 430 basiert auf der GPU GF108, die nur aus 585 Millionen Transistoren besteht. Das erste Fermi-Modell, die GTX 480, kommt auf rund 3 Milliarden Transistoren. Daher verwundert es nicht, dass die Zahl der Rechenwerke kräftig abgespeckt wurde: Kommt eine GTX 480 auf 480 der bei Nvidia "CUDA Cores" genannten Einheiten, so begnügt sich die GTS 430 mit 96 dieser Rechenwerke.

An aktuelle DirectX-11-Spiele mit allen Details in Full-HD und mit Filterfunktionen ist so nicht zu denken, daher empfiehlt Nvidia die Karte auch für ältere Titel sowie für Mediacenter-PCs. Das Referenzmodell ist in halber Bauhöhe ausgeführt, so dass es auch in besonders flache Gehäuse passt. Dank einer typischen Leistungsaufnahme (TDP) von 49 Watt kommt die GTS 430 ohne zusätzliche Strombuchsen aus, sie wird alleine von einem PCIe-Slot versorgt. In der Bildergalerie zu dieser Meldung finden sich weitere der Daten im Detail sowie ein Blockdiagramm der GF108. Die Leistungsaufnahme im 2D-Betrieb gibt Nvidia nicht an.

Blu-ray-3D und HDMI 1.4

Auf das Referenzmodell sollten sich potenzielle Kunden aber nicht versteifen, wie Produktmanager Chris Daniel bei der Vorstellung der Karte sagte. Nvidia hat diesmal das Boarddesign für die Grafikkartenhersteller von Anfang an freigegeben, so dass es von Asus über MSI bis Zotac zahlreiche sehr unterschiedlich aussehende Modelle gibt. Diese können sich auch in der Leistungsaufnahme ohne 3D-Anwendung unterscheiden.

Manche, wie etwa die Karte von Gainward, sind mit großen Platinen und ebensolchen Lüftern gleich aufs Übertakten ausgelegt, andere, wie ein Modell von Zotac, kommen mit passiven Kühlkörpern aus. In einem HTPC ist dabei auf eine gute Kühlung des gesamten Systems zu achten. Für Mediacenter-PCs unterstützt die GTS 430 HDMI 1.4 sowie 3D Vision für sterekoskopisches 3D, auch mit entsprechenden Blu-ray-Discs.

Schneller vor allem in älteren Spielen

In seinen eigenen Benchmarks zieht Nvidia den Vergleich mit seiner zweitkleinsten Grafikkarte für Desktop-PCs, der GT 200. Gegenüber dieser Karte, die schon ab etwa 60 Euro zu haben ist, soll die GTS 430 bis zu 50 Prozent schneller sein. In den älteren Spielen Far Cry 2 und dem ersten Hawx soll sie das ebenso erreichen wie im zweiten Grafiktest von 3DMark Vantage. Bei anderen Titeln sind zwischen 25 und 40 Prozent mehr Leistung zu erzielen. Dafür und für die DirectX-11-Funktionen sowie die verbesserten GPGPU-Leistungen scheint der Aufpreis von rund 20 Euro gerechtfertigt.

Laut Nvidia soll die GTS 430 nämlich rund 79 US-Dollar Euro kosten, der Euro-Preis – für den Nvidia keine Empfehlung ausspricht – dürfte durch die in den USA örtlich verschiedenen Steuern wie bei Hardwarekomponenten üblich, beim selben Betrag liegen. Erste Listungen bei Hardwareversendern weisen auch schon Preise knapp unter 80 Euro aus. Dabei gilt es, auf Beigaben wie Spiele oder Adapterkabel zu achten. Das Refernzdesign sieht je einmal Dual-Link-DVI, HDMI und VGA vor. Nur zwei Monitore lassen sich gleichzeitig nutzen.

Einschränkungen gibt es auch bei der Koppelung mehrerer Grafikkarten per SLI, das ist mit der GTS 430 laut Nvidia nicht möglich. Sie lässt sich aber zusammen mit einer älteren Karte betreiben, um letztere dann beispielsweise für PhysX-Beschleunigung zu verwenden. Der Grafikspeicher im Referenzdesign ist maximal 1 GByte groß und aus DDR3-Bausteinen über einen 128 Bit breiten Bus gestaltet.

Laut Nvidia werden die GPUs bereits seit einigen Wochen ausgeliefert, eine breite Verfügbarkeit zum jetzigen Marktstart sollte folglich gegeben sein. Wie der Chiphersteller betonte, soll die GTS 430 in zahlreichen Fertig-PCs verbaut werden. Wenn also in der Werbung von deutschen Elektronikketten wieder einmal von "neuester Nvidia-Grafik" die Rede ist, und eine GTS 430 im Rechner steckt, erhält der Kunde dennoch nur Nvidias kleinste Fermi-Karte.


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