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Foxconn: Keine Besserung in Sicht

Der Zulieferer Foxconn bleibt offenbar ein sehr unangenehmer Arbeitgeber. Trotz der vielen Selbstmorde hat sich laut Informationen der chinesischen Global Times nichts geändert, es werden weiterhin Mitarbeiter bedroht, Studenten zu Überstunden genötigt und auch die Lohnerhöhungen sollen nur Makulatur gewesen sein.
/ Christian Klaß
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Um Foxconn wurde es zwar nach den Mitarbeiterselbstmorden ruhig, doch dem taiwanischen Zulieferer – und damit letztlich auch seinen Partnern wie Apple, Amazon, Cisco, Dell, Hewlett-Packard, Intel, Microsoft, Nintendo und Sony – droht der nächste große Skandal. Der Global Times(öffnet im neuen Fenster) liegt ein Report mit Insiderberichte aus einer noch laufenden universitären Untersuchung vor, denen zu Folge Foxconn-Mitarbeiter weiterhin schlecht behandelt werden.

Glücklose Studenten

An der noch laufenden Untersuchung arbeiten laut Global Times mehr als 60 Lehrkräfte und Studenten von 20 chinesische und taiwanische Universitäten. 14 der beteiligten Gutachter ist es dabei gelungen, das Unternehmen zu betreten und das Arbeitsleben bei Foxconn selbst zu erleben. Ein Teil dieser Insiderberichte liegt der Global Times vor, sie zeigen dass in den Fabriken in Shenzhen, Kunshan, Taiyuan, Wuhan und Shanghai Werksstudenten ausgebeutet werden, was in einigen Fällen die Hälfte der Fabrikbelegschaft ausmacht.

Zudem würden Werksstudenten – entgegen gesetzlicher Regelungen – zu Überstunden und Nachtschichten gezwungen. Arbeitsverträge erhalten sie nicht, würden demnach illegal beschäftigt und auch bei Arbeitsunfällen in der Regel im Stich gelassen. Das Thema Arbeitssicherheit soll bei Foxconn zudem keine große Rolle spielen, es würde wissentlich ignoriert – auch gesetzlich vorgeschriebene regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen würden unterlassen.

Überwacht wie im Gefängnis

Zudem verhielten sich Management und Wachleute übergriffig, verletzen die Privatsphäre und drohe den Mitarbeitern Gewalt an. Laut Report überwacht Foxconn seine Mitarbeiter wie Gefängnisinsassen, Mitarbeitern verschiedener Abteilungen ist es zudem verboten miteinander zu kommunizieren und auch Mobiltelefone sind in der Fabrik nicht erlaubt. Solche Regelungen überraschen jedoch nicht, denn es gibt Unternehmen die neue Produkte so lange wie möglich geheim halten wollen. Dazu zählt auch Apple.

Zusammengefasst heißt es in dem noch nicht veröffentlichten Report laut Global Times, dass Foxconns seinen Mitarbeitern "eine hochintensivierte Arbeitsbelastung, niedrige Bezahlung und ein brutales Training auf Kosten ihrer Würde" aufbürdet. Weiter heißt es "Obwohl das Unternehmen einige Veränderungen im Management machte, gab es keine Verbesserungen für seine Angestellten".

Lohnerhöhung nur Makulatur

Das soll auch die im Juni 2010 angekündigte 30-prozentige Lohnerhöhung betreffen, mit der das Unternehmen auf die Selbstmorde und den Druck von Partnern wie Apple reagierte: Der Untersuchung zu Folge sahen die Mitarbeiter höchstens eine Steigerung von 9,1 Prozent – und erhielten im Gegenzug keine Bonuszahlungen oder andere Zuschüsse mehr. Bereits vor der Erhöhung sollen die Löhne lediglich rund 2 Prozent der operativen Kosten von Foxconn ausgemacht haben.


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