Sicherheit: Fehler in Gnu Libc legt FTP-Server lahm
Die meisten FTP-Server unterstützen Globbing, etwa beim Suchbefehl Stat. Globbing bezeichnet das Suchen mit Platzhaltern, was dazu dient, beispielsweise nach allen Dateien mit der Endung .txt zu fahnden. Normalerweise begrenzt die Funktion GLOB_LIMIT den dafür zugewiesenen Speicher. Die Funktion greift jedoch nicht, wenn der Angreifer mehrere Verzeichnisse über Platzhalter angibt und nach einer nicht existierenden Datei sucht. Durch die manipulierte Suchanfrage kann der Hauptspeicher des Servers volllaufen und den Server schließlich zum Absturz bringen. FTP-Server, die anonyme Zugänge bieten, sind besonders gefährdet. Auch SFTP-Zugänge sind von dem Problem betroffen.
Einige FTP-Programme bieten selbst die Option, das Globbing ein- oder auszuschalten. Die meisten jedoch greifen auf die Funktion über die Systembibliothek Gnu Libc zu, die entsprechend gepatcht werden muss.
Der Entdecker der DoS-Schwachstelle, Maksymilian Arciemowicz, gibt in seinem Dokument(öffnet im neuen Fenster) an, dass OpenBSD, NetBSD, FreeBSD, Oracle Sun Solaris 10 und die GNU Libc die Schwachstelle enthalten. Betroffen sind demnach auch die FTP-Server von Adobe, HP und Sun. Oracle hat die betroffene Solaris-Version mittlerweile repariert. Für OpenBSD und NetBSD liegen ebenfalls Patches bereit(öffnet im neuen Fenster) . Von anderen Distributionen, etwa Linux, gibt es noch keine Hinweise dazu, ob sie betroffen sind oder ob Patches bereitstehen.
Arciemowicz hatte die Schwachstelle bereits im November 2009 entdeckt, veröffentlichte sie aber erst jetzt - samt Exploit zu Demonstrationszwecken.