Open Data

Daten allein sind nichts wert

Wenn Regierungen bereit sind, Informationen mit Bürgern zu teilen, kann es das Leben aller verbessern. Beim Personal Democracy Forum in Barcelona ist zu sehen, was mit offenen Daten alles möglich ist.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

"Technologien haben die Geschichte verändert, aber noch mehr als diese taten es Informationen." Diesen Satz sagte Alec Ross am Montag auf dem Personal Democracy Forum (PDF) in Barcelona. Ross ist Berater im US-amerikanischen Außenministerium. Sein Vortrag leitete die Konferenz ein, deren Kern die Frage ist, wie Technik die Gesellschaft beeinflusst und wie man sich die Zukunft der Demokratie vorstellen kann.

Inhalt:
  1. Open Data: Daten allein sind nichts wert
  2. Was gehört der Öffentlichkeit?
  3. Mitreden und mitmachen

Ross' Satz über Informationen passte deswegen so gut, weil er die Meinung der meisten Teilnehmer wiedergab. Denn praktisch alle Vorträge und Gesprächsrunden der PDF Europe beschäftigten sich in diesem Jahr mit der Macht von Informationen, genauer dem Phänomen Open Data. Das meint nicht nur offene, daher jedermann zugängliche Daten. Sondern es meint in der Konsequenz transparente Regierungen, an Entscheidungen beteiligte Bürger und eine bislang unübliche Form direkter Demokratie.

Seit einigen Jahren sickern diese offenen Daten in unseren Alltag ein, von der breiten Öffentlichkeit zum großen Teil unbemerkt. Portale wie das gerade in Deutschland gestartete Offener Haushalt sorgen nicht unbedingt für Schlagzeilen und selbst so riesige Projekte wie Open Street Map vermögen kaum Begeisterung zu entfachen. Trotzdem verändern sie unsere Gesellschaft, denn mit ihnen ändert sich schrittweise unsere Erwartung, was Regierungen zu leisten haben.

Gesetze abschreiben

Ein Beispiel. In einem Vortrag erzählte der Norweger Hakon Wium Lie, der so etwas wie der Erfinder der sogenannten Cascading Style Sheets (CSS) und damit einer der Begründer moderner Websites ist, eine Anekdote aus der Frühzeit des Internets. Heute ist Lie Technikchef des Browsers Opera, damals, 1994, war er Wissenschaftler am Teilchenforschungszentrum Cern. Dort verbrachte er nach eigener Aussage viel Zeit damit, die norwegischen Gesetze ins Internet zu tippen, da er nicht einsehen wollte, dass die norwegische Regierung diese zwar online stellte, fürs Abrufen jedoch eine Gebühr erhob.

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Lie also schrieb die norwegischen Gesetze ab, als sein damaliger Chef, der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee, ihm über die Schulter sah. Lie fürchtete, er werde ihn für seine Nebentätigkeit zum Teufel jagen, doch Berners-Lee soll nur gesagt haben, "du wirst mehr Speicherplatz brauchen".

Heute betrachten wir es als selbstverständlich, dass Gesetze und andere Informationen im Internet zu finden sind und der Staat dafür keine Gebühren nimmt. Doch ganz so weit ist die Entwicklung nicht gediehen. Innenminister Thomas de Maizière beispielsweise sagte vor kurzem erst, er finde es durchaus gerechtfertigt, wenn der Staat Geodaten verkaufe, die er mit seinen eigenen Mitteln erzeugt habe. Der Meinung, diese Daten gehörten der Öffentlichkeit, die mit ihren Steuergeldern dafür bezahlt habe, könne er nicht folgen.

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Was gehört der Öffentlichkeit? 
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Azz 08. Okt 2010

Ganz meine Meinung! Liegt aber imho zum Großteil daran, dass viele Menschen garnicht...

ripple 06. Okt 2010

Es fängt ja schon damit an, dass die Regierung nicht in der Lage ist eine Onlineplattform...

ripple 06. Okt 2010

AnotherGuy hat recht. Außerdem ist Golem (meiner Meinung nach) so etwas wie die Bild für...

Dany In Vitro 05. Okt 2010

Sie sind erstmal nur Träger dieser und IMHO muss das auch betont und verstanden werden...



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