Andre Geim und Konstantin Nowoselow: Physik-Nobelpreis für die Entdecker des Graphens

Der Physik-Nobelpreis 2010 geht an den Niederländer Andre Geim und den Russen Konstantin Nowoselow für die Entdeckung des Graphens. Bereits 2004 entdeckten die beiden Forscher an der Universität in Manchester das Material: eine stabile, zweidimensionale Verbindung aus Kohlenstoffatomen mit einer Dicke von nur einem Atom. 2007 gelang es dann, daraus einen Transistor zu bauen.
Graphen ist eine Modifikation von Kohlenstoffmolekülen und gilt als dünnstes und stärkstes Material überhaupt. Als elektrischer Leiter hat Graphen ähnlich gute Eigenschaften wie Kupfer, als Wärmeleiter ist es allen bekannten Materialien überlegen. Dabei ist Graphen fast transparent und dennoch so dicht, dass nicht einmal Helium, das kleine Gas-Atom, es durchdringen kann.
Geim und Nowoselow extrahierten Graphen einst aus einem Stück Graphit, wie es auch in Bleistiften zu finden ist. Die zweidimensionale Struktur des Materials erlaubt es zudem, Phänomene der Quantenphysik experimentell zu untersuchen. Und Graphen ist auch ein Kandidat, um Silizium als Halbleitermaterial abzulösen, denn es wird davon ausgegangen, dass Graphen-Transistoren deutlich schneller sind als solche aus Silizium.
Darüber hinaus könnten sich in Zukunft aus Graphen auch transparente Touchscreens, Lichtpanels und vielleicht sogar Solarzellen bauen lassen, so das Nobelpreiskomitee. Eingebracht in Plastik kann Graphen dieses Material zu elektrischen Leitern und zugleich besonders robust machen. So könnte Graphen auch den Weg in den Satelliten-, Flugzeug- und Autobau schaffen.