Angespielt: Blowjobs und Ballern in Duke Nukem Forever
Der Kampf gegen Aliens fängt in einer Toilette an – zum Pinkeln bitte den rechten Trigger drücken: Das ist die erste Szene der spielbaren Demoversion von Duke Nukem Forever , die Randy Pitchford vom Entwicklerstudio Gearbox auf einer Veranstaltung präsentiert hat. Die Szene zeigt eine Mischung aus geschmacksfreiem Humor und – wenige Momente später – Action im Kampf mit Bestien. Denn sobald der Duke sein Geschäft erledigt hat, befindet er sich inmitten von hektisch umherlaufenden Soldaten in einem Sportstadion, das gerade unter schwerem außerirdischen Beschuss liegt: Gänge stürzen ein, wildes Geschrei.

Und dann steht der blonde Held allein mit einem riesigen Monster in einer Sportarena. Was folgt, ist ein Kampf, der Erinnerungen weckt an den 1996 veröffentlichten Klassiker Duke Nukem 3D: In dem gewaltigen Areal muss der Spieler den Schüssen des Feindes ausweichen, ihn längere Zeit mit Raketen beharken, ein paar Mal die frisch abgeworfene Munition einsammeln, weiterschießen, bis die Lebensenergie auf null ist – und dann auf den Schädel des darniederliegenden Aliens springen und nicht näher identifizierbare Lebensorgane herausreißen.
Dass Spieler voraussichtlich im Februar 2011 auf Windows-PC, Xbox 360 und Playstation 3 mit dem Duke antreten können, verdanken sie in erster Linie Randy Pitchford. Der Boss und Mitgründer von Gearbox Software hat Mitte der 90er Jahre den Einstieg in die Spielebranche gefunden, indem er bei 3D Realms unter anderem an Erweiterungen für Duke Nukem 3D gearbeitet hat.
Auch Pitchford fühlte sich veralbert
"Jetzt bin ich wieder Teil des Duke – und damit habe ich lange nicht gerechnet" , strahlt Pitchford bei der Präsentation. Er erzählt, dass Gearbox im texanischen Dallas nur wenige Straßen von 3D Realms entfernt liegt, und dass er immer einen guten Draht zu Scott Miller und George Broussard hatte. Aber selbst er habe sich angesichts der langen Entwicklungszeit nach einigen Jahren veralbert gefühlt, wenn die beiden wieder einmal verkündet hatten, dass Duke Nukem Forever tolle Fortschritte mache.

Auch für Pitchford kam das Aus für Duke Nukem Forever Mitte 2009 überraschend: "Der Duke ist tot – und das soll es nach all den Jahren gewesen sein? Ein paar Freunde von mir haben an dem Tag ihren Job verloren." Es kam zum Rechtsstreit zwischen Miller und Broussard auf der einen und dem Publisher Take 2 auf der anderen Seite. Gleichzeitig haben einige langjährige Entwickler versucht, das Projekt zu retten, und da kam Gearbox ins Spiel. Das Studio war 2007 kurz in die Arbeit von Duke Nukem Forever involviert, hatte außerdem dank Borderlands gute Kontakte zu Take 2. "Wir sind mitten rein gesprungen und haben die Marke gekauft. Wichtig war, dass die Rechtsstreitigkeiten beendet wurden, und dass alle Beteiligten sich an einen Tisch gesetzt haben" , berichtet Pitchford.
Pitchford ist es wichtig, dass sein Team tatsächlich an dem "Duke Nukem Forever arbeitet, wie es mal geplant wird" – es gab ziemlich viele Inhalte, auf denen seine Entwickler aufbauen können. Das ist in der Demoversion besonders gut in einem Level sichtbar, auf den es bereits ganz früh in der Entwicklungsphase Hinweise gab: der Außenbereich eines Bergwerks in einem engen Canyon. Zuerst kann der Spieler als Duke in einem riesigen Jeep ein langes Tal entlangbrettern – und bei der Gelegenheit möglichst viele Aliens überrollen. Dann ist der Benzintank leer, und Duke muss zu Fuß weiter.
Duke rettet die Stripperinnen dieser Welt
Nach ein paar Metern liefert er sich ein Feuergefecht mit Schweinsaliens – dabei kann der Spieler zu einigen Klassikern aus dem Waffenschrank des Duke greifen. Neben der Schrotflinte und dem Raketenwerfer kann er auch die Schrumpfkanone verwenden, um große Außerirdische vorübergehend in sehr kleine zu verwandeln. In der Demoversion konnte der Spieler nur eine Waffe tragen – wer wechseln wollte, musste dafür seinen Schießprügel wegwerfen. Medipacks spielen keine Rolle mehr, der Duke erholt sich nach ein paar Sekunden vollständig. Im Nahkampf kann der Spieler ebenfalls agieren, indem er die Schweinealiens an ihren Hauern packt und sie ihnen herausreißt.

Duke Nukem Forever basiert letztlich auf der Unreal Engine, die von 3D Realms und Gearbox allerdings weitgehend umprogrammiert wurde. Im Interview mit Golem.de bezeichnet Pitchford sie als "Duke Nukem Forever" -Engine. Richtig spektakulär sieht das Ergebnis nicht aus, mit aktuellen Effektspektakeln der aktuellen Cryengine-Generation kann der Duke bei seiner Veröffentlichung voraussichtlich nicht mithalten. Die Gegner-KI machte in der Demoversion aber einen guten Eindruck: Die Aliens stürmten bei Angriffen nicht sinnlos in Richtung Spieler, sondern schienen sich unter Ausnutzung von Deckung langsam vorzuarbeiten.
Apropros Deckung: Pitchford kündigt an, dass "dieses Spiel bestimmte Grenzen verschiebt" , und dass er noch nicht mit den Altersfreigabestellen ESRB in den Vereinigten Staaten und mit PEGI in Europa gesprochen hat (die in Deutschland zuständige USK erwähnte er nicht). Das dürfte nicht ganz einfach werden. Während es hierzulande eher um die Gewaltinhalte geht, dürften die Amerikaner vor allem mit den zahlreichen sexuellen Anspielungen Probleme haben – schließlich dreht sich die Handlung darum, dass die Aliens die Erdfrauen entführen, die im Spiel gezeigten Damen sind überwiegend nackt, arbeiten hauptberuflich als Stripperin und zeigen eine auffällige Begeisterung dafür, dem Duke einen Blowjob zu verpassen. Nach einer solchen Szene – nicht in allen Einzelheiten sichtbar, aber sehr klar angedeutet – fragt eine der Frauen: "Wie war das Spiel, Duke – taugte es was?" Seine Antwort: " Klar, das sollte es nach zwölf verdammten Jahren aber auch."