Buchverlage stehen besser da

Anders als bei Presseverlagen stellt sich die Situation bei Buchverlagen dar. Die Buchverlage waren in den letzten beiden Jahren kaum von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise betroffen. Im vergangenen Jahr konnten sie ihren Umsatz sogar um fast 4 Prozent steigern. Zum Vergleich: Der Umsatz der Zeitungsverlage sank 2009 um 7 Prozent. Das Geschäft der Buchverlage ist, anders als das Geschäft der Zeitungsverlage, nicht vom konjunkturabhängigen Werbegeschäft dominiert.

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Mit der zunehmenden Verbreitung des E-Books als Vertriebsform von Büchern werden sich allerdings die Buchverlage neu positionieren müssen. Gegenüber dem klassischen Buchhandel wird ihre Position gestärkt: Den Vertrieb elektronischer Bücher können sie im Prinzip auch selbst organisieren. Dafür sind sie nicht mehr auf die Ladengeschäfte des Buchhandels angewiesen.

Durch die in Deutschland auch für E-Books geltende Buchpreisbindung haben sie zudem die Gelegenheit, ihre Gewinnmargen pro verkaufter Kopie deutlich zu steigern. Schließlich sind E-Books billig zu vervielfältigen und "Auflagenhöhe oder Lagerkosten spielen beim E-Book keine Rolle".

Neue Konkurrenz

Mit dem E-Book eröffnen sich allerdings Buchautoren gänzlich neue Vertriebsmöglichkeiten für ihre Werke. Die Autoren könnten auf die Idee kommen, Buchverlage gänzlich zu umgehen und den Vertrieb ihrer Werke in elektronischer Form selbst in die Hand zu nehmen. Daher sehen die Autoren der Studie "im Verhältnis zu den Autoren... mittelfristig Anpassungsbedarf bei der Vertragsgestaltung".

Und noch aus einer anderen Ecke könnte den Verlagen als Inhalte-Lieferanten neue Konkurrenz erwachsen. Social-Media-Anbieter, deren Nutzer selbst erstellte Inhalte kostenlos anbieten, könnten zu "respektablen Konkurrenten" heranwachsen, so die Forscher.

Buchpreisbindung infrage gestellt?

Der Bedeutungszuwachs der elektronischen Vertriebsform für Bücher könnte schließlich eine neue Diskussion über die Buchpreisbindung auslösen, stellen die Autoren fest. Die Verbraucher könnten E-Books bei ausländischen Händlern beziehen, die sich nicht an die Buchpreisbindung halten müssen. Dadurch würden "deutsche E-Book-Anbieter, die an das hiesige Preisgefüge gebunden sind, benachteiligt".

Auch aus anderer Richtung sehen die Forscher von der DB Research Gefahr für die Buchpreisbindung. Die zunehmende Konzentration im Buchhandel hat dazu geführt, dass große Buchhandelsketten gegenüber den Buchverlagen hohe Rabatte durchsetzen konnten. Diese Rabatte dürfen wegen der Buchpreisbindung nicht an die Endkunden weitergegeben werden. Daher "könnte das Instrument mittelfristig wieder grundsätzlich diskutiert werden."

Gedrucktes noch lange kein Auslaufmodell

Die Autoren der Studie lassen keinen Zweifel daran, dass die Digitalisierung in den kommenden Jahren der wichtigste Trend im Verlagswesen sein wird. Die Marktanteile elektronisch vertriebener Presseerzeugnisse und Bücher werden schnell wachsen - allerdings ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau. Aus diesem Grund "geht der immer wieder angestimmte Abgesang auf traditionelle Druckerzeugnisse, wie Buch, Zeitung und Zeitschrift, tatsächlich weit an der Realität vorbei". [von Robert A. Gehring]

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 DB Research: Die Digitalisierung setzt die Verlagsbranche unter Druck
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M_Kessel 06. Okt 2010

Das muß man sich auf der Zuunge zergehen lassen: Eine Bank, per Definition eines der...

gxlxlgxlgxlhxlgx 05. Okt 2010

Wenn Autoren nicht so dumm wären, sich abzocken zu lassen. Die würden die kohle per...

Pisas lauern... 04. Okt 2010

Du bist ja auch angemeldet. Du hast das Pisa-Captcha bezwungen und die Anmeldung...

Kein Experte 04. Okt 2010

Wow dass muss man den Experten lassen. Die müssen echt bescheid wissen. Wenn man mich...

Der Untergang 04. Okt 2010

Der Verlagsbranche - jedenfalls wenn sie sich nicht bewegt...



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