Audio-Archivierung
Verschwinden Tondokumente wegen des Urheberrechts?
In den USA droht der Verlust vieler im 20. Jahrhundert angefertigter Tonaufnahmen. Der Grund sind Probleme mit dem Urheberrecht bei der Archivierung. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Library of Congress.
Tonaufnahmen gehören ebenso zum kulturellen Erbe wie Literatur oder Werke der bildenden Kunst. Die drei größten Bedrohungen für den Erhalt von Tonaufnahmen für die Nachwelt sind die Schwächen der Technik, der Mangel an spezialisiertem Fachpersonal und ein Urheberrecht, das die Belange der Archivierung nicht angemessen berücksichtigt. Zu diesen Schlussfolgerungen gelangt ein jetzt vorgelegter Bericht der Library of Congress in den USA.
- Audio-Archivierung: Verschwinden Tondokumente wegen des Urheberrechts?
- Schlüsselfrage Urheberrecht
Der 181-seitige Bericht The State of Recorded Sound Preservation in the United States: A National Legacy at Risk in the Digital Age fasst die Forschungsarbeit von mehreren Jahren zusammen und bildet die Grundlage für die Ausarbeitung eines National Recording Preservation Plan, der noch in diesem Jahr von der Library of Congress vorgelegt werden soll. Die Erarbeitung von Bericht und Plan wurde im Jahr 2000 von der US-Regierung beschlossen. Ziel der Initiative ist der Erhalt und die Bewahrung von Tonaufnahmen, die "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsam" sind.
Technische und organisatorische Probleme
Die Erkenntnisse der Forscher sind ernüchternd. Weder ist die Archivierung von Tonaufnahmen ausreichend organisiert, noch stehen die notwendigen Mittel im gebotenen Umfang zur Verfügung. Kleinere Institutionen wie Radiosender und lokale Bibliotheken sind von der Aufgabe, Tonaufnahmen über Jahrzehnte hinweg sicher zu archivieren, schlicht überfordert. Dabei haben gerade die Radiosender im Laufe des 20. Jahrhunderts kulturelle und politische Ereignisse in großem Umfang auf Tonkonserven aufgezeichnet.
Die wirtschaftliche Situation vieler Institutionen gestattet es ihnen nicht, regelmäßig ihre Archive zu überprüfen und, wo notwendig, Aufzeichnungen auf neue Datenträger umzukopieren. Aus Kostengründen sind in den vergangenen Jahrzehnten zudem viele Aufnahmen auf billigen Datenträgern vorgenommen worden, die bei der üblichen Lagerung einem raschen Verfallsprozess unterliegen.
Besonders problematisch sind CD-Rs, die unter normalen Lagerbedingungen schon nach wenigen Jahren unlesbar werden können. So kommen die Autoren des Berichts zu dem Schluss: "Sich auf CD-Rs als Medium zu verlassen... ist fahrlässig". Nichtsdestotrotz ist die CD-R aus Kostengründen vielerorts das Speichermedium der Wahl.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed
| Schlüsselfrage Urheberrecht |
- 1
- 2







Eigentlich ist CD/DVD dafür gemacht, damit man es nicht soooo leicht kopiert O.o oder?
Ich checke es auch nicht, wieso man auf CD/DVD sichert. Bei Platten ist Platte: 0,05/GB...
(kwT)
...die werden schlicht verloren gehen. Und das absurde die Schuld daran das derart viel...