Wikileaks

Julian Assange schweigt sich über Machtkämpfe aus

Erstmals seit langem hat sich Julian Assange geäußert. Doch zu den Vorwürfen und den internen Machtkämpfen bei Wikileaks sagt der Gründer nichts.

Artikel veröffentlicht am ,

Das Auditorium ist voll Neugier, und auch voll Anspannung. Julian Assange wird auftreten. Der umstrittene und bekannteste Kopf von Wikileaks will sich einer Diskussion zum Thema Transparenz und Sicherheit stellen. Studenten und Nichtstudenten platzieren sich um 19 Uhr im Vorlesungssaal der Londoner City University, einige klappen ihre Laptops auf. Und dann kommt nach langem Warten Assange die Treppe zum Podium heruntergehuscht, in brauner Lederjacke und mit blonden Strähnen im Haar, fast hätte man ihn auch für einen Studenten gehalten.

Stellenmarkt
  1. Expert Solution Management (m/w/d)
    Vodafone GmbH, Düsseldorf, Eschborn, Berlin, Stuttgart
  2. Abteilungsleiter Entwicklung / Charge Controller Software (m/w/d)
    Ebee Smart Technologies GmbH, Berlin-Schöneberg
Detailsuche

"In diesem Raum sind vielleicht 300 Leute", sagt er, "aber in Afghanistan sind im letzten Jahr 3.000 Menschen gestorben". Das müsse man sich mal bildlich vorstellen, so viele tote Körper in einem Raum. Womit er sogleich den Bogen gespannt hat zwischen ihm, dem Wikileaks-Gründer in der Londoner Uni, und dem Krieg am Hindukusch, den er mit seiner Enthüllungsplattform bekämpfen will.

Wikileaks, das versichert dann auch sein Gegenspieler auf dem Podium, der Times-Journalist David Aaronovitch, sei inzwischen ja sehr wichtig geworden. Aber müsse es nicht gerade deshalb Verantwortung übernehmen, was und wie viel es publiziere? Der Moderator des Streitgesprächs hakt nach: Laut Medienberichten hat ja ein isländischer Mitstreiter seine Mitarbeit beendet, weil er es für verfrüht hält, im Oktober den nächsten Leak zum Irakkrieg zu publizieren. Das Material müsse noch gesichtet werden, um identifizierbare Quellen herauszufiltern.

"Falsch", antwortet Assange. Der Bericht sei Teil einer Schmutzkampagne, der Isländer nur einer von vielen Freiwilligen, die keine Einsicht in die Operation hätten. So geht es den ganzen Abend: Fragen zum Rücktritt von Daniel Domscheit-Berg alias Daniel Schmitt bügelt Assange ab. Daniel Schmitt hatte dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel seinen Rücktritt damit erklärt, dass Julian Assange auf jede Kritik mit dem Vorwurf reagiert habe, er würde ihm den Gehorsam verweigern und sei dem Projekt gegenüber illoyal.

Golem Akademie
  1. Netzwerktechnik Kompaktkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    6.–10. Dezember 2021, virtuell
  2. Einführung in die Programmierung mit Rust: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    21.–25. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Assange: "Komplette Lüge." Schmitt sei schon vor einem Monat aus anderen Gründen suspendiert worden. Mehr Informationen dazu gibt er nicht.

Genauso seine Reaktion auf Fragen nach der Methodik, mit der Wikileaks Geheimdokumente bewertet oder verarbeitet: "Wir wollen nicht, dass unschuldige Menschen zu Schaden kommen, im Gegenteil", sagt er nur. Die Vorwürfe gegen ihn wegen der Belästigung einer Frau in Schweden? Schweden sei ein faszinierendes Land. Punkt.

Stattdessen spricht er immer wieder von seiner Abneigung gegen die USA ("der militärisch-industrielle Komplex"), Wikileaks großer Mission ("Gerechtigkeit schaffen, indem wir Transparenz schaffen") und seiner Verachtung für Journalisten ("die berichten immer falsch"). Die Fragen aus dem Publikum an Assange sind zahlreich und kritisch, aber nach anderthalb Stunden Diskussion weiß man nicht wirklich mehr.

Stimmt denn beispielsweise das Gerücht, dass Wikileaks am 18. Oktober fast 400.000 Dokumente zum Irakkrieg veröffentlichen wird? "Darüber rede ich nicht", antwortet Assange. [von Khuê Pham / Zeit Online]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Freemind 03. Okt 2010

Vielleicht sollte man nicht zu viel Vertrauen in Wikileaks setzen: http://www.daily.pk...

LockerBleiben 02. Okt 2010

Aber, ganz klar, das Interesse "schwindet" und man vertraut dann eben lieber wieder den...

FickDich 02. Okt 2010

Wow. Soviel Dummheit in ein paar Sätzen. Glückwunsch!

cigxgixigxog ogcoc 01. Okt 2010

Das sieht mir nach die "neuesten meldungen" rechts aus. Die sind nicht streng...

sssssssssssssss 01. Okt 2010

tjaja wie heißt es so schön the absence of evidence isn't evidence of absence :)



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Feldversuch E-Mobility-Chaussee
So schnell bringen E-Autos das Stromnetz ans Limit

Das Laden von Elektroautos stellt Netzbetreiber auf dem Land vor besondere Herausforderungen. Ein Pilotprojekt hat verschiedene Lösungen getestet.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

Feldversuch E-Mobility-Chaussee: So schnell bringen E-Autos das Stromnetz ans Limit
Artikel
  1. Encrochat-Hack: Damit würde man keinen Geschwindigkeitsverstoß verurteilen
    Encrochat-Hack
    "Damit würde man keinen Geschwindigkeitsverstoß verurteilen"

    Der Anwalt Johannes Eisenberg hat sich die Daten aus dem Encrochat-Hack genauer angesehen und viel Merkwürdiges entdeckt.
    Ein Interview von Moritz Tremmel

  2. Geforce Now (RTX 3080) im Test: 1440p120 mit Raytracing aus der Cloud
    Geforce Now (RTX 3080) im Test
    1440p120 mit Raytracing aus der Cloud

    Höhere Auflösung, mehr Bilder pro Sekunde, kürzere Latenzen: Geforce Now mit virtueller Geforce RTX 3080 ist Cloud-Gaming par excellence.
    Ein Test von Marc Sauter

  3. SpaceX: Starlink testet Satelliteninternet in Flugzeugen
    SpaceX
    Starlink testet Satelliteninternet in Flugzeugen

    Bald dürften mehrere Flugesellschaften Starlink-Service anbieten. Laut einem Manager soll es so schnell wie möglich gehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gaming-Monitore zu Bestpreisen (u. a. Samsung G9 49" 32:9 Curved QLED 240Hz 1.149€) • Spiele günstiger: PC, PS5, Xbox, Switch • Zurück in die Zukunft Trilogie 4K 31,97€ • be quiet 750W-PC-Netzteil 87,90€ • Cambridge Audio Melomonia Touch 89,95€ • Gaming-Stühle zu Bestpreisen [Werbung]
    •  /