1378 km: Anzeige gegen Grenzzaun-Actionspiel
Es soll kein stupides Actionspiel sein, sondern ein Serious Game, das in erster Linie über die Vorgänge an der innerdeutschen Grenze informiert. "Das Computerspiel versucht möglichst genau, die damalige Realität widerzuspiegeln", so der Entwickler Jens M. Stober über 1378 km. Trotzdem sorgt sein Programm bereits vor Veröffentlichung für Empörung. Hubertus Knabe, Leiter der Stasi-Gedenkstätte in Hohenschönhausen, hat Anzeige bei der Berliner Staatsanwaltschaft erstattet. Die soll nun prüfen, ob 1378 km Gewalt verherrlicht.

Die Linken-Vorsitzende Gesine Lötzsch findet das Spiel "geschmacklos und dumm", der SPD-Politiker Markus Meckel, früher Mitglied der DDR-Opposition, nennt es "makaber und skandalös". Peter Frankenberg, Baden-Württembergs Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, hat die Karlsruher Hochschule für Gestaltung, an der 1378 km entstanden ist, um eine Stellungnahme gebeten. Auch Teile der Medien schießen sich auf das Programm ein: Bild Online bezeichnet es als "widerwärtig" und fordert indirekt ein Verbot.
Nur wenige Politiker zeigen sich aufgeschlossen gegenüber dem Projekt – etwa der Bundestagsabgeordnete Jimmy Schulz von der FDP, der die Idee als mutig und interessant bezeichnet hat. Auch die Hochschule für Gestaltung steht weiter zu dem Projekt.
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