Northern Islands: Kommt AMDs Radeon 6000 erst im November?
Aktuell meldet Digitimes(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Quellen bei Grafikkartenherstellern, die Serie Radeon 6000 würde erst im November 2010 auf den Markt kommen. Bisher wurde sogar schon der Oktober dafür genannt. In diesem Beitrag wird für die gesamte Produktlinie aber noch der Codename "Southern Islands" genannt, schon seit Wochen werden die Karten aber als "Northern Islands" gehandelt. Als südliche Inseln soll eine völlig neue Architektur 2011 erscheinen, die dann schon in 28 Nanometern Strukturbreite gefertigt wird. Die Radeon 6000 werden noch mit 40-Nanometer-Technik hergestellt, den Zwischenschritt mit 32 Nanometern überspringt TSMC.
Den November als Starttermin hatte in der vergangenen Woche bereits Semiaccurate(öffnet im neuen Fenster) gemeldet – sich dabei aber auf das High-End-Modell Radeon 6870 (Cayman XT) bezogen. Ob dieser Termin auch für die Versionen mit den Modellnummern 6770 und 6750 gilt, ist damit noch nicht sicher. Bisher hatte AMD meist erst die High-End-Produkte vorgestellt und einige Wochen später dann die Ober- und Mittelklasse nachgeschoben. Da, wie wiederum Digitimes behauptet, Nvidia für die Geforce GTX 460 mit 768 MByte Speicher und die für Oktober erwartete GTX 430 die Preise senken will, könnte AMD diesmal aber zuerst die kleineren Modelle der Radeon 6000 auf den Markt bringen.
Zu diesen Grafikkarten sind inzwischen mehrere im Detail unterschiedliche Folien aufgetaucht, die aussehen, als seien sie aus einer AMD-Präsentation kopiert worden. Zunächst hatte die chinesische Site PCinlife eine Tabelle(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht, in der für Radeon 6770 (Barts XT) und 6750 (Barts Pro) erstmals die Zahl der Rechenwerke genannt wurde: 1.280 und 1.120 sollen es sein. Dem stehen bei den aktuellen Produkten 5770 und 5750 je 800 und 720 Einheiten gegenüber.
Mehr Rechenwerke, aber anders aufgeteilt
Wie aus dem Rest der vermeintlichen Daten hervorgeht, hat AMD aber offenbar die Architektur und die Anordnung der Rechenwerke in Domänen anders gestaltet. Nur anhand der Zahl dieser früher als Shader bezeichneten Einheiten lassen sich Radeon 5000 und 6000 nicht vergleichen. Je fünf der Rechenwerke arbeiten bei den aktuellen Grafikkarten zusammen und bilden einen SIMD-Block, bei den neuen GPUs sollen es je vier sein. Ähnlich differenziert sind die Steigerungen der Anzahl von Texturierungseinheiten und Rasterprozessoren (ROP) in den Tabellen zu betrachten.
Diese Änderungen hatte Semiaccurate bereits Anfang September vorhergesagt(öffnet im neuen Fenster), und kurz darauf hatte Nordichardware gemeldet, aus den GPUs mit Codenamen Bart solle gar nicht die Serie Radeon 6700, sondern 6800 werden. Angesichts einer nahezu verdoppelten theoretischen Gleitkommaleistung von 1,36 TFlops zu 2,304 TFlops bei Radeon 5770 zu 6770 erscheint das aber nicht realistisch: Schon die aktuelle Radeon 5870 kommt auf 2,720 TFlops.
Kurz nach den angeblichen Daten von PCinlife tauchte bei Chiphell(öffnet im neuen Fenster) eine weitere Version der Folie auf – diesmal ergänzt um Angaben zur Leistungsaufnahme, die Tabelle sieht sonst genauso aus. Das ist besonders ungewöhnlich, da AMD bisher zwar durchaus mehrere Versionen der Datentabellen veröffentlicht hat, aber nicht im gleichen Layout mit verschieden vielen Angaben.
Knapp 150 Watt für die Mittelklasse?
Der Tabelle von Chiphell zufolge, die inzwischen wieder aus dem Forum verschwunden, aber noch bei VR-Zone(öffnet im neuen Fenster) zu sehen ist, haben sich die Leistungsaufnahmen von 6770 und 6750 sowohl ohne als auch mit Last erhöht. Bis zu 146 Watt soll die 6770 in Wärme umwandeln, bei der 5770 sind es nach offiziellen Angaben nur 108 Watt. Das würde für eine neue Klasse zwischen den bisherigen Serien 5700 und 5800 sprechen – äußerst fragwürdig sind jedoch auch diese Angaben.
Bei diesen auch für den chaotischen Grafikmarkt vielen sich widersprechenden Angaben stellt sich zudem die Frage, woher diese Daten stammen und wer ein Interesse an deren Veröffentlichung hat. Nach bisherigem Stand will AMD erst in einigen Wochen für Aufklärung sorgen.
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