DRAM-Preisabsprachen: Oracle verklagt Micron Technology
Oracle verklagt den US-Chiphersteller Micron Technology wegen illegaler Preisabsprachen bei DRAM-Chips. Die Wettbewerbsbeschwerde wurde bei einem Bundesgericht in San Jose im US-Bundesstaat Kalifornien eingereicht, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Gerichtsdokumente.
Oracle bezieht sich dabei teilweise auf ein Preiskartell, gegen das in diesem Jahr in der EU und zuvor in den USA hohe Strafen verhängt wurden. Betroffen waren Samsung Electronics, Infineon, Hynix Semiconductor, Elpida Memory, NEC Electronics, Hitachi, Toshiba, Mitsubishi Electric und Nanya Technology. Micron Technology war ebenfalls beteiligt, deckte aber die Machenschaften gegenüber der Wettbewerbsbehörde auf, weshalb der US-Konzern straffrei ausging. Das US-Justizministerium ermittelte seit 2002 und verhängte Strafen in Höhe von 731 Millionen US-Dollar.
Die Speicherchiphersteller "konspirierten für Absprachen zur Produktionskapazität für Verknappungen, Preiserhöhungen und für ungesetzliche Überteuerungen für DRAM-Kunden", erklärte Oracle in der Klage, die das Unternehmen für Sun Microsystems führt. Oracle hatte den Serverhersteller im Januar 2010 für 7,4 Milliarden US-Dollar gekauft. Die anderen Chiphersteller wurden zwar als Mitverschwörer, aber nicht als Beklagte benannt. Micron ist der größte US-Hersteller von DRAM.
2007 hatte Micron 80 Millionen US-Dollar gezahlt, um private Wettbewerbsklagen per Vergleich zu beenden. In der Zeit von 1998 bis 2002 kaufte Sun laut Klageschrift in den USA DRAMs im Wert von 2 Milliarden US-Dollar für Server und Workstations. Oracle fordert nun Schadensersatz und bezieht sich dabei auf kalifornisches und US-Bundesrecht, das eine Verdreifachung der Strafzahlungen vorsehe.
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