Blackberry Playbook: RIM bringt Tablet mit neuem Betriebssystem

Mit dem Blackberry Playbook sollen Nutzer im Internet surfen sowie Mulitmedia-Inhalte abspielen können. Dabei unterstützt das Gerät echtes Multitasking und lässt sich von Hause aus in die bestehende Unternehmensinfrastruktur einbinden. Die Darstellung der offenen Applikationen erinnert stark an das Kartensystem von WebOS .

Das Tablet verfügt über ein 7 Zoll großes LC-Display mit einer Auflösung von 1.024 x 600 Pixeln, das als kapazitiver Touchscreen mit Multitouch-Unterstützung ausgeführt ist. Zum eingesetzten Prozessor verrät RIM nicht viel. Es sei ein Dual-Core-Chip mit 1 GHz auf Basis von ARMs CPU-Kern Cortex A9. Ihm stehe 1 GByte RAM zur Seite. WLAN werde nach 802.11a/b/g/n unterstützt, also sowohl im Bereich von 2,4 als auch 5 GHz gefunkt. Hinzu komme Bluetooth 2.1 + EDR.






Kameras hat RIM gleich zwei in das Playbook integriert: eine 3-Megapixel-Kamera vorn für Videokonferenzen und eine 5-Megapixel-Kamera hinten. Beide können HD-Videos in 1080p aufnehmen. Abspielen kann das Playbook H.264-, MPEG-, DivX- und WMV-Videos. Auf Audioseite werden die Codecs MP3, AAC und WMA unterstützt.
Zur Ausgabe der Videos auf einem externen Display ist ein MicroHDMI-Ausgang integriert. Hinzu kommen Ports für MicroUSB und zum Aufladen des Geräts.
Blackberry Playbook ohne UMTS
WAN-Unterstützung, beispielsweise ein UMTS-Modem, fehlt dem Playbook. Stattdessen setzt RIM auf eine Kopplung mit einem Blackberry per Bluetooth. So soll das Playbook den Blackberry ergänzen und nicht ersetzen. Das Notebook hingegen können Geschäftsreisende mit der Kombination daheim lassen, meint RIM. Die Inhalte des Blackberry werden auf dem großen Tabletdisplay angezeigt, dort aber nur gecacht und nicht dauerhaft gespeichert. So sollen bestehende E-Mail-Sicherheitsrichtlinien eingehalten werden. Das Gerät ist dann auch mit dem Blackberry Enterprise Server kompatibel.
Varianten mit WAN-Unterstützung sind allerdings geplant. RIM macht für die Geräte mit 3G- und 4G-Unterstützung aber keine konkreten Angaben.






Als Unterbau des Blackberry Tablet OS kommt der Mikrokernel Neutrino von QNX zum Einsatz. Das System kommt seit Jahren im Industriebereich sowie bei Flugzeugen, Eisenbahnen und Routern zum Einsatz. RIM will von der dadurch garantierten Stabilität und Sicherheit profitieren, denn das Betriebssystem ist nach Common Criteria EAL 4+ zertifiziert. Zudem kann RIM so auf bestehende Entwicklerwerkzeuge zurückgreifen und es gibt zahlreiche Entwickler, die das System bereits jetzt kennen.
Diese können für das voll Posix-kompatible Betriebssystem eigene Applikationen in C schreiben und dabei auf OpenGL für 2D- und 3D-Grafik zurückgreifen. Zudem wird Adobe AIR samt Flash Player 10.1, Java und RIMs neue Open-Source-Applikationsplattform Webworks unterstützt. Damit lassen sich Applikationen entwickeln. Auch ein HTML5-Browser auf Basis von Webkit ist Bestandteil der Tabletplattform.
RIMs Playbook(öffnet im neuen Fenster) misst 13 x 19,3 x 1 cm und wiegt 400 Gramm. Es ist damit deutlich kleiner und leichter als Konkurrenten wie das iPad oder WeTab.
In den USA soll das Playbook Anfang 2011 auf den Markt kommen, im zweiten Quartal dann auch auf weiteren internationalen Märkten. Einen Preis für das Gerät nannte RIM noch nicht. Bereits in den kommenden Wochen will RIM allerdings mit dem Blackberry Tablet OS SDK ein Entwicklerkit für die neue Tabletplattform veröffentlichen. Interessierte Entwickler können sich unter blackberry.com/developers/tabletos(öffnet im neuen Fenster) registrieren.



