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Lastschriftzahlung: Easycash sammelt Daten über gute und schlechte Kunden

Easycash hat nach Recherchen des NDR alle Daten zu Zahlungen mit EC-Karte und Unterschrift dauerhaft aufgezeichnet, um dem Handel Empfehlungen zur Zahlungsfähigkeit des Karteninhabers verkaufen zu können. FDP-Innenexpertin Gisela Piltz schäumt vor Wut.
/ Achim Sawall
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Der größte deutsche Payment-Provider, die Easycash GmbH aus Ratingen, soll möglicherweise rechtswidrig Umsatz- und Kartendaten von circa 50 Millionen deutschen Bankverbindungen gespeichert haben. Das berichtet der Radiosender NDR Info(öffnet im neuen Fenster). Der Datenpool wurde angelegt, um die Zahlungsfähigkeit der Kartenbesitzer überprüfen zu können, was Easycash und seine Vertragspartner genutzt hätten.

Beim Lastschriftverfahren mit EC-Karte und Unterschrift speichere Easycash Betrag, Zeitpunkt, Zahlungsort und die Karten- und Kontodaten des Karteninhabers. Darauf basiere aber nicht nur die übliche Zahlungsabwicklung und Einträge in eine Sperrdatei, sondern auch Empfehlungen zur Zahlungsfähigkeit und Kreditwürdigkeit des Karteninhabers an die Kunden von Easycash. In einer Easycash-Kundenzeitschrift hieß es dazu, es gelte, "die Bankverbindungen zu identifizieren, mit denen man uneingeschränkt und profitabel wirtschaften kann".

Eine Easycash-Sprecherin erklärte NDR Info, die von dem Unternehmen praktizierte Datenspeicherung und -verarbeitung basiere auf dem Datenschutzgesetz, was vom nordrhein-westfälischen Landesdatenschützer im Jahr 2002 bestätigt worden sei. Der Datenschützer wollte sich dazu noch nicht endgültig äußern, sieht sich aber falsch interpretiert, so NDR Info.

FDP-Innenexpertin Gisela Piltz kommentierte: "So wie Bankverbindungen ihrem Inhaber eindeutig zugeordnet werden, handelt es sich ohne jeden Zweifel um personenbezogene Daten. Wer anderes behauptet, hat augenscheinlich noch nicht einmal die Grundzüge des deutschen Datenschutzrechts verstanden." Sollten sich die Vorwürfe erhärten, wäre die Grenze von Sorglosigkeit zu kriminellem Handeln einmal mehr deutlich überschritten, sagte Piltz. Das Vorgehen von Easycash ließe Datenskandale wie bei der Deutschen Bahn und Lidl wie Kindergeburtstage aussehen. Unternehmen, die mit rechtswidrigen Praktiken viel Geld machten, müssten die gesamte Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.

CSU-Innenexperte Stephan Mayer sagte, es dürfe nicht hingenommen werden, dass Menschen aufgrund ihres Einkaufsverhaltens, ihrer Bezahlpräferenz oder ihrer finanziellen Situation in ein Schema "guter Kunde" beziehungsweise "schlechter Kunde" gepresst würden. Es müsse jetzt zu einer lückenlosen Aufklärung und gegebenenfalls zu einer Schließung von Gesetzeslücken, die die Firma Easycash genutzt hat, kommen.


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