Bitkom-Index: Deutsche IT-Branche im Aufwind

Nach der aktuellen Konjunkturumfrage des IT-Verbands Bitkom erwarten 78 Prozent der befragten Unternehmen im laufenden dritten Quartal ein Umsatzplus. Eine vierteljährlich stattfindende Konjunkturumfrage des Verbands, der Bitkom-Index, stieg von 48 auf 67 Punkte und damit auf den höchsten Wert seit der Einführung des Stimmungsbarometers vor neun Jahren.
Verbandschef August-Wilhelm Scheer sagte: "Sowohl die Auftragseingänge als auch die Umsätze liegen deutlich im Plus. Die positive Geschäftsentwicklung zeigt sich derzeit in allen Marktsegmenten" . 74 Prozent der Unternehmen verzeichneten einen höheren Auftragseingang als im Vorjahreszeitraum, der mitten in der Weltwirtschafts- und Finanzkrise lag. Für das Jahr 2010 erwarten 79 Prozent der befragten IT-Unternehmen mehr Umsatz. 55 Prozent benötigen deshalb zusätzliche Arbeitskräfte, 29 Prozent halten die Belegschaft stabil.
"Die meisten Jobs entstehen bei Softwarehäusern und IT-Dienstleistern" , sagte Scheer. Die stehen auch am besten da: 83 Prozent der Firmen verzeichnen im dritten Quartal ein Umsatzplus.
Auch für die Hardwarehersteller läuft es unerwartet gut. Hier steigerten laut dem Branchenindex 70 Prozent der Befragten die Umsätze. Gut verkauften sich Tablet-PCs und Smartphones und der Ausbau der Telekommunikationsnetze sorgte für starke Auftragszuwächse bei den Netzwerkausrüstern, so Scheer. Für den PC-Absatz hat das Marktforschungsunternehmen Gartner seine Prognose für 2010 dagegen wieder gesenkt. Schuld sei ein schwächer werdendes Wachstum in den USA und Europa. Die Nachfrage nach Endkunden-PCs und wohl auch Business-PCs werde in den Industrieländern hinter den Erwartungen zurückbleiben, so Gartner. Auch laut Bitkom verzeichnen bei den Privatverbrauchern nur 46 Prozent der Firmen eine stärkere Nachfrage. In der verarbeitenden Industrie wird laut Bitkom-Index dagegen verstärkt in die IT investiert. 77 Prozent der Befragten geben an, dass die Nachfrage hier zugenommen hat. Im Dienstleistungssektor kletterte die IT-Nachfrage um 73 Prozent und im Handel um 65 Prozent.