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Activision Blizzard: Spielebranche schießt sich auf Schwarzenegger-Gesetz ein

Anfang November 2010 verhandelt das höchste US-Gericht über ein Gesetz, das Gouverneur Schwarzenegger 2004 unterzeichnet hat. Es geht um eine mögliche Verschärfung der Jugendschutzbestimmungen. Activision Blizzard spricht bei dem Verfahren offiziell für die Branche.
/ Peter Steinlechner
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Supreme Court der USA
Supreme Court der USA

Auf Computerspielen mit gewalthaltigem Inhalt muss ein Für-Erwachsene-Sticker kleben, Händler dürften diese Spiele nur an Erwachsene verkaufen, sonst droht eine Strafe von bis zu 1.000 US-Dollar: Das ist der Inhalt eines kalifornischen Gesetzes, über das ab dem 2. November 2010 der amerikanische Supreme Court - das Gegenstück zum deutschen Bundesverfassungsgericht - verhandelt. Die Bestimmungen hat bereits 2004 Arnold Schwarzenegger als Gouverneur von Kalifornien unterschrieben. In Kraft getreten sind sie bislang nicht, weil Gerichte das auf Initiative von Spieleverbänden, insbesondere der Entertainment Software Association (ESA), verhindert haben.

Die Branche versucht seit Monaten erbittert, die höchsten Richter durch Stellungnahmen, intensive Lobbyarbeit, Umfragen und mehr oder weniger wissenschaftlich fundierte Studien auf ihre Seite zu ziehen. Dem Kampf schließt sich mit Activision Blizzard nun auch der derzeit größte US-Publisher an: Das Unternehmen bekommt die Gelegenheit, bei dem Verfahren offiziell seine Sicht der Dinge darzulegen. Wie die aussieht, dürfte klar sein: "Das Argument, dass Computerspiele eine neue, seltsame Art von Bedrohung sein sollen, wegen der wir die am meisten von unserer Nation geschätzten Freiheitsrechte umstoßen sollen, ist absurd" , kommentierte Unternehmenschef Bobby Kotick bereits im Vorfeld.

Unternehmen wie Activision befürchten, dass das eigentlich harmlose Gesetz weitere, deutlich schärfere Bestimmungen nach sich ziehen wird. Auch in den USA gibt es, wenn auch im Vergleich zu Deutschland weniger laute, Anti-Computerspiele-Gruppierungen, die unter anderem Verbote fordern. Elf US-Bundesstaaten, darunter Florida und Texas, haben ihre Unterstützung für das Schwarzenegger-Gesetz erklärt.


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