Navigation: Kompass arbeitet mit Licht
Wissenschaftler in den USA haben einen Kompass entwickelt, der das Erdmagnetfeld mit einem Laser vermisst. Mit diesem Kompass soll sich die Größe und die Ausrichtung eines Magnetfeldes genau bestimmen lassen.
Rubidium 87
Der Kompass arbeitet mit einem Lichtstrahl, den die Wissenschaftler um Alexander Zibrov von der Harvard-Universität durch eine Ansammlung von Rubidium-87-Atomen schicken. Diese befinden sich in einem Chip von der Größe eines Dominosteins, in dem eine Temperatur von 45 Grad herrscht. Das Licht wird polarisiert, so dass alle Strahlen die gleiche Richtung haben, und dann auf die Rubidium-Atome geleitet.
Die Atome reagieren auf ein Magnetfeld, indem sich die Ausrichtung in einer bestimmten Art und Weise ändert. Diese Änderung lässt sich erfassen, wenn das Licht die Rubidium-Atome durchdringt. Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler sowohl die Größe als auch die Ausrichtung des Magnetfeldes messen.
Größe und Temperatur
Mit ihrem Aufbau konnten die Wissenschaftler Magnetfelder mit einer Stärke von 0,1 bis 200 Gauß erfassen. Ersteres ist schwächer als das Erdmagnetfeld, Letzteres etwas stärker als ein kleiner Eisenmagnet. Die Leistungsfähigkeit des Kompasses kann durch die Größe und die Temperatur des Chips verändert werden.
Die zugrundeliegende Technik ist bekannt. Neu sei allerdings, dass der von ihnen entwickelte Kompass nur in geringem Maße störanfällig sei, erklärte Walera Judin von der Universität im russischen Nowosibirsk, dem US-Wissenschaftsmagazin Science News(öffnet im neuen Fenster). Außerdem habe er eine handliche Größe und verbrauche nur wenig Energie.
Die Wissenschaftler haben den Kompass in dem US-Fachmagazin Physical Review A(öffnet im neuen Fenster) beschrieben.