Google Street View Deutschland: Mehrere hunderttausend Widersprüche

Bei Google häufen sich Anträge von Hausbesitzern und Bewohnern zur Unkenntlichmachung ihrer Häuser in Google Street View. Obwohl die Frist erst zur Hälfte verstrichen ist, sollen bereits mehrere hunderttausend Widersprüche eingegangen sein, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) aus Unternehmenskreisen.
Am 14. August 2010 gab es erst circa 10.000 Einsprüche gegen Google Street View in Deutschland. Laut einem Unternehmenssprecher war die Zahl der Einsprüche zu der Zeit fünfstellig.
Wer sein Haus bei Google Street View Deutschland verpixeln lassen will, kann dies über eine Webseite, per E-Mail oder Brief tun. Details dazu hat Google in einem Blogeintrag(öffnet im neuen Fenster) zusammengefasst. Starten soll Street View voraussichtlich im November 2010. Je nach Zahl der zu bearbeitenden Widersprüche kann sich der Start aber auch verschieben. Die 20 Städte, für die Street View zu Beginn zur Verfügung stehen soll, sind Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.
Während viele Deutsche sich wegen Googles digitaler Weiterentwicklung des Stadtplans Sorgen machen, ist Googles Geodatendienst bei anderen offenbar sehr beliebt. Der Spiegel zitiert aus einer Google-Untersuchung, nach der Street View "von allen Ländern, in denen der Dienst noch nicht eingeführt ist, von Deutschland aus am häufigsten genutzt" wird. Am kommenden Montag findet in Berlin der Geodatengipfel mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) statt, bei dem eine Gesetzesinitiative zum Umgang mit Geodaten beraten werden soll. Geladen sind Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU), Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Deutsche Telekom-Chef René Obermann, Vertreter des Managements von Google, Apple und Microsoft und Datenschützer.