Abo
  • IT-Karriere:

Kdbus

Interprozesskommunikation für den Kernel

D-Bus sorgt unter Linux für die Kommunikation zwischen Anwendungen. Kdbus soll das Inter-Process-Communication-Framework (IPC) zumindest teilweise in den Kernel verlegen, so Entwickler Alban Crequy. Dadurch würde der D-Bus-Systemdienst ausgespart und die Kommunikation zwischen Anwendungen beschleunigt.

Artikel veröffentlicht am ,

Laut Entwickler Crequy kostet der Umweg über den D-Bus-Daemon mindestens einen Kontextwechsel und ein Speicherzugriff. Wenn eine Applikation eine Nachricht an eine zweite Applikation versendet, wird sie zunächst über ein Unix-Socket an den D-Bus-Daemon verschickt. Der Kernel kopiert dabei die Nachricht in die Warteschleife des Systemdiensts, der daraufhin aktiviert wird. Der wiederum schreibt den Namen des Versenders in den Header der Nachricht und schickt ihn an den Empfänger weiter.

  • Kdbus
Kdbus
Stellenmarkt
  1. arxes-tolina GmbH, Berlin
  2. Hays AG, Sindelfingen

Kdbus hingegen soll Nachrichten ohne Umweg über den D-Bus-Systemdienst ausliefern. Dazu haben die Entwickler ein neues Socket mit dem Namen "AF_DBUS" implementiert, über den IPCs laufen sollen. Der Kdbus-Kernel liest alle Nachrichten, die über AF_DBUS versendet werden und sucht in den Zeichenketten Hello, NameAquired, NameLost und AddMatch nach eindeutigen Namen (Unique Names), bekannten Namen und übereinstimmenden Regeln (Match Rules).

Je nach Zuordnung wird die Nachricht direkt an die angesprochene Applikation versendet. Dank der Funktion skb_clone() wird die Nachricht auch dann nur einmal in den Speicher geschrieben, wenn es mehrere Empfänger gibt. Der Kdbus-Prototyp verwendet weiterhin den D-Bus-Daemon für die Authentifizierung.

Positive Benchmark-Resultate

Laut Crequy erzielt Kdbus mit dem Benchmark Dbus-Ping-Pong in einer KVM-basierten virtuellen Maschine, bei 10.000 Aufrufen an D-Bus mit 2,085 Sekunden gegenüber 3,887 Sekunden, fast doppelt so schnelle Antwortzeiten. Auf einem Nokia N900 erzielte er mit Kdbus die dreifache Geschwindigkeit. Mit einem weiteren Test prüfte Crequy, wie lange die Herstellung einer Verbindung zu einem Jabber-Server auf einem N900 von Nokia braucht. Hier war Kdbus etwa 1,12 mal schneller.

Es gebe noch zahlreiche Einschränkungen und vor allem auch Sicherheitsbedenken, gibt Crequy zu. Es handele sich jedoch um ein Proof-Of-Concept und könne weiter optimiert werden. Er hat die Idee von Entwickler Ian Molton übernommen.

D-Bus ist als Nachrichtensystem für Desktop-Anwendungen konzipiert worden und sollte die IPC für Gnome und KDE standardisieren. Über den Session-Bus sorgt D-Bus für die Kommunikation zwischen Anwendungen und über den System-Bus mit dem Kernel. Das Framework steht unter der Ägide der Freedesktop-Initiative.

Hauptursache für einen langsamen Rundgang der Nachrichten über D-Bus sind zahlreiche Gültigkeitsprüfungen. Der Geschwindigkeitszuwachs wäre zumindest auf einem Standard-Desktop-Rechner zu vernachlässigen. Dort ist das System mehr mit Hardware-Eingaben und grafischen Ausgaben belastet. Ein D-Bus-Aufruf spielt eine eher untergeordnete Rolle. Nach Crequys Ping-Pong-Benchmark erfolgt der Nachrichtenaustausch auch ohne Kdbus nach nicht mehr als 0,4 Millisekunden - auch in einer virtuellen Maschine. Der Einsatz von Kdbus kann sich hingegen bei geringerer Hardware-Leistung positiv auswirken, etwa auf mobilen Geräten. Das belegen auch Crequys Ping-Pong-Benchmarks auf dem N900.

Sicherheitsaspekte dürften bei der Aufnahme des Projekts in den Kernel eine wesentliche Rolle spielen, da D-Bus im User-Space aktiv ist. Ob die Entwickler das für den Desktop konzipierte IPC-Framework in den Kernel integrieren, ist eher zweifelhaft.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Sandisk 512-GB-SSD für 55,00€, WD Elements Exclusive Edition 2 TB für 59,00€ und Abend...
  2. 31,99€
  3. 139,00€ (Bestpreis!)
  4. (aktuell u. a. Speedlink Velator Gaming-Tastatur für 9,99€, Deepcool New Ark Gehäuse für 249...

hmjam 20. Sep 2010

Jep! Genau meine Meinunng. Die angesprochenen Apps sind für sich schon über die Maßen...

xfhnsyfdygnjsfygn 20. Sep 2010

Und deswegen sollten wir jetzt alle unsere Arbeiten einstellen. Sehe ich genau so. -.-

rzdetjartjartej 20. Sep 2010

Wo forderst du das?

sdfhnjasdgtnhagdn 20. Sep 2010

Für mich kommt das aus dem Artikel ganz gut raus. Aber ist schon klar, dass der, der...

Johannes Burgel 18. Sep 2010

Die Geschichte ist schon komisch. Unter gleichen Voraussetzungen - Kommunikation via UNIX...


Folgen Sie uns
       


Razer Blade Stealth 13 mit GTX 1650 - Hands on (Ifa 2019)

Von außen ist das Razer Blade Stealth wieder einmal unscheinbar. Das macht das Gerät für uns besonders, da darin potente Hardware steckt, etwa eine Geforce GTX 1650.

Razer Blade Stealth 13 mit GTX 1650 - Hands on (Ifa 2019) Video aufrufen
Ryzen 7 3800X im Test: Der schluckt zu viel
Ryzen 7 3800X im Test
"Der schluckt zu viel"

Minimal mehr Takt, vor allem aber ein höheres Power-Budget für gestiegene Frequenzen unter Last: Das war unsere Vorstellung vor dem Test des Ryzen 7 3800X. Doch die Achtkern-CPU überrascht negativ, weil AMD es beim günstigeren 3700X bereits ziemlich gut meinte.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Agesa 1003abba Microcode-Update taktet Ryzen 3000 um 50 MHz höher
  2. Agesa 1003abb Viele ältere Platinen erhalten aktuelles UEFI für Ryzen 3000
  3. Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G im Test Picasso passt

Manipulierte Zustimmung: Datenschützer halten die meisten Cookie-Banner für illegal
Manipulierte Zustimmung
Datenschützer halten die meisten Cookie-Banner für illegal

Nur die wenigsten Cookie-Banner entsprechen den Vorschriften der DSGVO, wie eine Studie feststellt. Die Datenschutzbehörden halten sich mit Sanktionen aber noch zurück.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Chrome & Privacy Google möchte uns in Zukunft anders tracken
  2. Tracking Google und Facebook tracken auch auf vielen Pornoseiten
  3. Android Apps kommen auch ohne Berechtigung an Trackingdaten

Serielle Hybride: Unterschätzte Zwischenlösung oder längst überholt?
Serielle Hybride
Unterschätzte Zwischenlösung oder längst überholt?

Die reine E-Mobilität kommt nicht so schnell voran, wie es Klimaziele und Luftreinhaltepläne erfordern. Doch viele Fahrzeughersteller stellen derweil eine vergleichsweise simple Technologie auf die Räder, die für eine Zukunft ohne fossile Kraftstoffe Erkenntnisse liefern kann.
Von Mattias Schlenker

  1. ADAC Keyless-Go bietet Autofahrern keine Sicherheit
  2. Gesetzentwurf beschlossen Regierung verlängert Steuervorteile für Elektroautos
  3. Cabrio Renault R4 Plein Air als Elektro-Retroauto

    •  /