IMHO: Offline in Köln
Ich bin in diesem Jahr durch Uganda gereist und habe dort erlebt, wie ein in der Fläche gut ausgebautes Mobilfunknetz aussieht: Es hat schier riesige Antennentürme mitten in der Landschaft, man hat praktisch überall Empfang, selbst im tiefsten Urwald fernab jeder Siedlung.
Diese Woche in Köln war es das genaue Gegenteil: zwei Tage offline mit T-Mobile. Das Mobiltelefon zeigte zwar ständig maximale Signalstärke an, dennoch war praktisch keine Kommunikation möglich. Keine Verbindung per UMTS oder EDGE, abgehende oder eingehende Telefonate nur nach dem Zufallsprinzip, der SMS-Versand klappte nur bei jedem dritten Versuch.
Dass es anders geht, zeigen andere, deutlich größere Veranstaltungen, für die die Mobilfunkanbieter ihre Netze gezielt in großem Umfang erweitern. So gibt sich Vodafone zuversichtlich(öffnet im neuen Fenster), für das an diesem Wochenende startende Oktoberfest in München gerüstet zu sein.
Gewiss war die Situation in Köln eine Herausforderung, die Smartphonedichte – iPhone und Blackberry allen voran – auf der dmexco war enorm. Zwei mobile Begleiter hatten die Besucher, die sich zum Teil dicht gedrängt durch die Messehalle schoben, im Schnitt sicher dabei, ergänzt durch diverse iPads. Da es die Kunden anderer Netzbetreiber als T-Mobile besser hatten, liegt die Spekulation nahe, dass die offenbar für Apples Produkte besonders empfänglichen Werbemenschen ihren Anteil am Offline-Erlebnis hatten.
Die Kommunikationssituation war denn auch ein beliebtes Kommunikationsthema, denn viel Neues hatte die Messe nicht zu bieten. Neben klassischen Vermarktern und zahlreicher werdenden Targeting-Spezialisten sowie SEO-Anbietern tummelten sich Kupon- und Gutscheinanbieter. Technische Aspekte von Onlinewerbung spielten eine eher untergeordnete Rolle. So war das Thema Bewegtbild im Internet zwar präsent, HTML5-Video spielte aber keine Rolle, sofern es nicht um Lösungen für iPhone und iPad ging.
Für lange Schlangen sorgte das seit Kurzem zu Glam Media(öffnet im neuen Fenster) gehörende Unternehmen Fantastic Zero(öffnet im neuen Fenster), ein Werbenetzwerk mit der Zielgruppe junge Männer. Dort versorgte ein Barista die Wartenden mit gutem Kaffee – und am Morgen nach der Branchenparty wurde Aspirin verteilt.
IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).
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