Abo
  • Services:

Datenschutz bei Onlinespielen

Wenn Spielerdaten in fremde Hände geraten

Namen und Adressen, aber auch Konzentrationsfähigkeit oder Motorik lassen sich in Onlinespielen erfassen: interessante Daten für die Wirtschaft. Eine Studie weist auf mögliche Gefahren hin - insbesondere von Bewegungssteuerungen wie Kinect.

Artikel veröffentlicht am ,

Wer in einem Onlinerollenspiel schon an einfachen Gegnern scheitert, sich ständig verläuft und viel Geld für Heiltränke verschwendet, könnte zumindest theoretisch ein Problem haben - nämlich dann, wenn diese Daten erfasst werden. Und wenn der Spieler dann in Datenbanken als motorisch schwach, orientierungslos und verschwenderisch stigmatisiert ist und als Folge stärker um einen Job kämpfen muss oder er mehr Werbung für konzentrationsfördernde Wirkstoffe erhält. Dieses fiktive Beispiel zeigt, wie wichtig funktionierender Datenschutz in Onlinespielen ist.

Stellenmarkt
  1. SYNCHRON GmbH, Stuttgart
  2. Hella Gutmann Solutions GmbH, Ihringen

Mit dem Thema beschäftigt sich eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Studie, die das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) veröffentlicht hat. "Als wir vor drei Jahren begannen, wurden wir wegen des vermeintlich exotischen Themas von vielen Seiten belächelt. Inzwischen erhalten wir regelmäßig Anfragen und Beschwerden zu Verletzungen von Datenschutzrechten beim Betrieb von Onlinespielen", kommentierte der Projektleiter des ULD, Henry Krasemann. Er sagt aber auch, dass bei vielen deutschen Unternehmen "die Bereitschaft zu datenschutzgerechtem Vorgehen erkennbar" sei.

Freundeslisten und Adressbücher

Den Autoren der Studie zufolge werden bei Onlinespielen ebenso wie bei Socialgames nicht nur Registrierungsdaten wie Name und Passwort erfasst, sondern auch Informationen über Spielverhalten, die Ausstattung des PCs, Zahlungsdaten, Kommunikationsinhalte bis hin zu Freundeslisten, Adressbüchern und Profildaten, wie sie in sozialen Netzwerken oder auf Handys gespeichert sind. Die Studie weist auf Defizite hin: Daten werden ohne Rechtsgrundlage verarbeitet, Rechte auf anonyme Nutzung sind nicht umgesetzt und viele Vorgänge laufen gesetzeswidrig intransparent für die Spieler ab.

Ein großes Problem sei, dass "die Grenzen zwischen Onlinespielen und sozialen Netzwerken verschwimmen. Damit droht die Gefahr, dass bei der Einbindung von Spielen der Überblick verloren geht, wo jeweils Bestandsdaten, Nutzungsdaten und Kommunikationsinhalte zu welchen Zwecken verarbeitet und von wem diese eingesehen werden können", schreiben die Autoren. Die Missstände basierten allerdings nicht unbedingt auf dem bösen Willen der Spielebetreiber. Im Dialog mit den Firmen habe sich für das ULD gezeigt, dass große Unsicherheiten bestehen, welche Regelungen gelten und wie diese in der Praxis umzusetzen sind. Details dazu sind in einem parallel zur Studie veröffentlichten kostenlosen Leitfaden zu finden.

Erkennung von Menschen

Die Studie weist darauf hin, dass Bewegungssteuerungssysteme wie Playstation Move oder das kommende Kinect unter Datenschutzsicht besonders problematisch sein können. "Insbesondere Kinect von Microsoft deutet darauf hin, dass mittels mehrerer Kameras und Sensoren zukünftig ganze Räume und Personen erfasst werden sollen und dass diese Technik sogar Personen wiedererkennen kann. Aus Datenschutzsicht muss darauf geachtet werden, dass diese Funktionen nicht zu einer weitergehenden Überwachung der Hausbewohner führt, auf die beispielsweise der Betreiber des Systems Zugriff hat."



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 1.099€
  2. (Neuware für kurze Zeit zum Sonderpreis bei Mindfactory)

LockerBleiben 16. Sep 2010

Denn wo diese Daten verschachert werden, geht's nicht immer nur um Profile zu...

Offline Rulez 14. Sep 2010

nicht ans Netz hängen.

Handschuhmaennchen 14. Sep 2010

Wer Kot haut, sollte Handschuhe tragen ;P

GAITY 14. Sep 2010

Hm, scheinbar hast du noch nicht von Gait Recognition gehört. Nur, dass man seine Hände...


Folgen Sie uns
       


LG G7 Thinq - Test

Das G7 Thinq ist LGs zweites Smartphone unter der Thinq-Dachmarke. Das Gerät hat eine Kamera, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz Bildinhalte analysiert und anhand der Analyseergebnisse die Bildeinstellungen verändert. Mit äußerster Vorsicht sollten Nutzer die Gesichtsentsperrung verwenden, da sie sich in der Standardeinstellung spielend leicht austricksen lässt.

LG G7 Thinq - Test Video aufrufen
Volocopter 2X: Das Flugtaxi, das noch nicht abheben darf
Volocopter 2X
Das Flugtaxi, das noch nicht abheben darf

Cebit 2018 Der Volocopter ist fertig - bleibt in Hannover aber noch am Boden. Im zweisitzigen Fluggerät stecken jede Menge Ideen, die autonomes Fliegen als Ergänzung zu anderen Nahverkehrsmitteln möglich machen soll. Golem.de hat Platz genommen und mit den Entwicklern gesprochen.
Von Nico Ernst

  1. Ingolstadt Flugtaxis sollen in Deutschland erprobt werden
  2. Urban Air Mobility Airbus gründet neuen Geschäftsbereich für Lufttaxis
  3. Cityairbus Mit Siemens soll das Lufttaxi abheben

Anthem angespielt: Action in fremder Welt und Abkühlung im Wasserfall
Anthem angespielt
Action in fremder Welt und Abkühlung im Wasserfall

E3 2018 Eine interessante Welt, schicke Grafik und ein erstaunlich gutes Fluggefühl: Golem.de hat das Actionrollenspiel Anthem von Bioware ausprobiert.

  1. Dying Light 2 Stadtentwicklung mit Schwung
  2. E3 2018 Eindrücke, Analysen und Zuschauerfragen
  3. Control Remedy Entertainment mit übersinnlichen Räumen

Business-Festival: Cebit verliert 70.000 Besucher und ist hochzufrieden
Business-Festival
Cebit verliert 70.000 Besucher und ist hochzufrieden

Cebit 2018 Zur ersten neuen Cebit sind deutlich weniger Besucher als im Vorjahr gekommen. Dennoch feiern Messe AG, Bitkom und Aussteller den Relaunch der Veranstaltung als Erfolg. Die Cebit 2019 wird erneut etwas verlegt.

  1. Festival statt Technikmesse "Die neue Cebit ist ein Proof of Concept"

    •  /