Abo
  • Services:

Techno-Oper

US-Komponist bringt Roboter auf die Bühne

Alte Kunstform auf modern getrimmt: In der Oper Death and the Powers spielt Technik ein große Rolle. US-Komponist Tod Machover lässt unter anderem einen Chor von Robotern durch die Handlung führen. Die Oper handelt von einem uralten Menschheitstraum, der durch Technik wahr werden soll.

Artikel veröffentlicht am ,
Techno-Oper: US-Komponist bringt Roboter auf die Bühne

Moderne Technik und Oper - das scheint nicht unbedingt zusammenzupassen. Doch genau das macht Tod Machover in seiner Oper Death and the Powers: Deren Stars sind nicht nur menschliche Sänger, sondern auch ein Roboterchor, lebende Wände und ein futuristischer, musikalischer Kronleuchter.

Neue Oper, altes Thema

Stellenmarkt
  1. Autobahn Tank & Rast GmbH, Bonn
  2. Deutsche Welle, Bonn

Das Thema der modernen Oper ist uralt: Unsterblichkeit. Der Einakter erzählt die Geschichte von Simon Powers, einem erfolgreichen Geschäftsmann und Erfinder. Am Ende seines Lebens angekommen, sucht er nach einer Möglichkeit, sich unsterblich zu machen. Als Hilfsmittel dazu sollen ihm technische Geräte dienen. "The System" nennt er diese Ausrüstung, auf die er seine Persönlichkeit und seine Erinnerungen im Moment des Todes überträgt. Das System - seine Wohnung, seine Möbel, seine Bücher - wird er. Die Oper erzählt, wie seine Familie und seine Freunde sich mit dieser neuen Form der Anwesenheit Powers' auseinandersetzen müssen. Ein Chor aus Robotern, den Operabots, führt durch die Handlung.

Gesteuert wird das System von Disembodied Performance. Das ist ein technisches System, das zwei Mitglieder von Opera of the Future, Machovers Arbeitsgruppe am Massachusetts Institute of Technology (MIT), für die Oper konstruiert haben. Disembodied Performance, auf Deutsch etwa körperlose Aufführung, besteht aus Sensoren, die Daten von Powers-Darsteller James Maddalena sammeln, und einer Software, die diese analysiert und an Powers' System übertragt.

Körperlose Präsenz

Maddalena verschwindet nach der ersten Szene von der Bühne, als seine Figur stirbt. Disembodied Performance nimmt Maddalenas bewusste Äußerungen wie seinen Gesang und seine Gesten, aber auch Unbewusstes wie Muskelspannung und Atemrhythmus auf und überträgt sie an die Bühnentechnik - im Form von Bewegungen der Wände und des Kronleuchters, von Lichtsignalen oder Tönen. So ist Hauptfigur Powers auch nach seinem Bühnentod für die Zuschauer präsent.

  • Die Oper Death and the Powers nutzt moderne Technik,... (Foto: Jill Steinberg)
  • ... um ein altes Thema neu zu erzählen.  (Foto: Jill Steinberg)
Die Oper Death and the Powers nutzt moderne Technik,... (Foto: Jill Steinberg)

Aufgeführt wird das Werk vom 24. bis 26. September 2010 in Monaco. Zur Premiere am 24. wird der Regent, Fürst Albert II., anwesend sein. Weitere Aufführungen sind für das kommende Frühjahr in Boston und Chicago geplant.

Grundlagen für Musikspiele

Machover, der zehn Jahre an Death and the Powers gearbeitet hat, ist Komponist und lehrt am Media Lab des MIT. Er hat auch schon spezielle Instrumente, sogenannte Hyperinstrumente, für Musiker wie Yo-Yo Ma und Prince entwickelt. Die Arbeit an den Hyperinstrumenten bildete auch die Grundlage für die bekannten Computerspiele Guitar Hero und Rock Band.

Machovers Roboter sind übrigens nicht die einzigen kunstsinnigen Maschinenwesen: Toyota hat vor einigen Jahren musikalische Roboter entwickelt: Die einen spielen Trompete, ein anderer lässt gefühlvoll den Bogen über die Geigensaiten gleiten.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. 32 GB 6,98€, 128 GB 23,58€)
  2. 18,99€
  3. ab 225€

flasherle 14. Sep 2010

Techno-Oper, schade hat es leider anders verstanden bevor ich den artikel las.

Blablubberdiblu... 14. Sep 2010

Ich hoffe ich bin nicht der einzige der "Techno Opfer" gelesen hat und an die Loveparade...

irata_ 14. Sep 2010

Kraftwerk waren da sicherlich Pioniere. Aber das die Roboter alleine auf Tournee gehen...

Roboti 14. Sep 2010

Ich habe die Toyota-Robtor vor ein paar Jahren an der Weltausstellung in Aichi gesehen...


Folgen Sie uns
       


Honor View 20 - Test

Das View 20 von Honor ist ein interessantes Smartphone: Für unter 600 Euro bekommen Käufer hochwertige Hardware im Oberklassebereich und eine der besten Kameras am Markt.

Honor View 20 - Test Video aufrufen
Security: Vernetzte Autos sicher machen
Security
Vernetzte Autos sicher machen

Moderne Autos sind rollende Computer mit drahtloser Internetverbindung. Je mehr davon auf der Straße herumfahren, desto interessanter werden sie für Hacker. Was tun Hersteller, um Daten der Insassen und Fahrfunktionen zu schützen?
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Alarmsysteme Sicherheitslücke ermöglicht Übernahme von Autos
  2. Netzwerkanalyse Wireshark 3.0 nutzt Paketsniffer von Nmap
  3. Sicherheit Wie sich "Passwort zurücksetzen" missbrauchen lässt

Gesetzesinitiative des Bundesrates: Neuer Straftatbestand Handelsplattform-Betreiber im Darknet
Gesetzesinitiative des Bundesrates
Neuer Straftatbestand Handelsplattform-Betreiber im Darknet

Eine Gesetzesinitiative des Bundesrates soll den Betrieb von Handelsplattformen im Darknet unter Strafe stellen, wenn sie Illegales fördern. Das war auch bisher schon strafbar, das Gesetz könnte jedoch vor allem der Überwachung dienen, kritisieren Juristen.
Von Moritz Tremmel

  1. Security Onionshare 2 ermöglicht einfachen Dateiaustausch per Tor
  2. Tor-Netzwerk Britischer Kleinstprovider testet Tor-SIM-Karte
  3. Tor-Netzwerk Sicherheitslücke für Tor Browser 7 veröffentlicht

Next Generation Car: Das Fahrzeug der Zukunft ist modular
Next Generation Car
Das Fahrzeug der Zukunft ist modular

Ein Fahrzeug braucht eine Kabine und einen Antrieb. Müssen aber beide eine fest verbundene Einheit sein? Forscher des DLR arbeiten an verschiedenen Konzepten für das Auto der Zukunft. Eines davon ist ein modulares Fahrzeug, das für verschiedene Zwecke eingesetzt werden kann.
Von Werner Pluta

  1. DLR Phylax erkennt Sprengstoffreste per Laser
  2. Raumfahrt DLR testet 3D-gedrucktes Raketentriebwerk
  3. Eden ISS Raumfahrt-Salat für Antarktis-Bewohner

    •  /