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Glasfasernetz: EU will Telekom zur Öffnung zwingen

Die EU-Kommission will Glasfasernetzwerkbetreiber zwingen, ihre Infrastruktur für Konkurrenten zu öffnen. Damit kommen die früheren Staatskonzerne unter Druck - und die Preise für die Endkunden dürften fallen.
/ Achim Sawall
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Die früheren Staatskonzerne in der Europäischen Union sollen gezwungen werden, ihr Glasfasernetzwerk der Konkurrenz zu öffnen. Eine entsprechende Leitlinie will die Behörde am kommenden Montag verabschieden, berichtete die britische Financial Times(öffnet im neuen Fenster) . Wer in Europa Glasfaserkabel verlegt, muss demnach allen Konkurrenten Zugang zu regulierten Preisen gewähren. Damit würden dieselben Regeln wie beim Kupferkabel gelten.

In Deutschland müsse die Bundesnetzagentur "prüfen, ob die Investoren ausreichende Kabelschachtkapazitäten für Dritte installieren und einen kostenorientierten Zugang zu diesen Kapazitäten gewähren" , heißt es laut Financial Times Deutschland(öffnet im neuen Fenster) in dem Kommissionsentwurf. Deutschland liegt hier im europäischen Vergleich weit zurück: Nur 140.000 Kunden haben direkten Glasfaseranschluss in der Wohnung.

Nationale Regulierer bei der Preisfestlegung gefragt

Frühere Staatsmonopolisten wie die Deutsche Telekom und die spanische Telefónica hatten versucht, ihr Glasfasernetzwerk auf den Heimatmärkten vor der Konkurrenz zu schützen und dies mit den hohen Investitionen von 300 Milliarden Euro begründet. "Ein solcher Ansatz für vorgeschlagene Regulierungsmaßnahmen macht es für Investoren sehr schwierig" , sagte Michael Bartholomew, Director bei der European Telecommunications Network Operators Association, in der große Netzbetreiber zusammengeschlossen sind.

Die wichtigste Frage, die nach der Berechnung des Preises, bleibt von der EU jedoch unbeantwortet. Nick Delfas, Analyst bei Morgan Stanley, sagte der Financial Times: "Der Effekt auf die Regulierung hängt davon ab, welchen Preis die Netzwerkeigner ihren Konkurrenten berechnen dürfen. Es ist nicht klar, wie das berechnet wird."


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