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Spieletest Hawx 2: Mit ungenutztem Potenzial ins Cockpit

Ein Spiel nach dem anderen: Mit Tom Clancy's Hawx 2 möchte Ubisoft Spieler wieder an die Konsolen locken. Das Problem ist nur, dass die Entwickler aus dem Vorgänger nichts gelernt haben. Mit aufgesetzter Story und schlechter Synchronisation müssen die Spieler ins Cockpit.
/ Alexander Syska
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Nur anderthalb Jahre haben die Entwickler von Ubisoft am Nachfolger zur Action-Flugsimulation Hawx 2 gearbeitet - und das merkt man. Ein wenig hat sich allerdings schon getan: Es gibt ein übersichtlicheres Hud, neue Level, eine bessere Synchronisation und eine Welt, die kurz vor dem totalen Chaos steht. Hier kommt der stille Pilot Colonel David Crenshaw ins Geschehen. In einem F-16 Fighting Falcon begibt er sich auf eine erste Erkundungsmission in ein Wüstengebiet und muss als erste Aufgabe Fotos von Städten schießen.

Tom Clancy's Hawx 2 - Spielszenen (Gameplay) von Golem.de
Tom Clancy's Hawx 2 - Spielszenen (Gameplay) von Golem.de (04:34)

Später trifft der Colonel auf einen Squad befreundeter Apache-Helikopter; gemeinsam gilt es nun, nach Banditen Ausschau zu halten. Ein Konvoi von Pixel-Jeeps widersetzt sich schließlich. Mit einem Raketenwerfer wird auf die befreundeten Helikopter geschossen. Ab hier heißt es: Waffenfreigabe erteilt. Mit computergestützten Raketen schaltet das Team die Banditen aus. Dann bekommt Colonel David Crenshaw den Befehl zur Landung auf dem Flugfeld. Und es kommt, wie es kommen musste: Der Colonel stürzt ab. Was genau mit ihm geschieht, erfährt der Spieler im weiteren Verlauf der Handlung.

Erst in der dritten Mission gelangt der Spieler ins Tutorial. Der Spieler tritt nun nicht mehr als Colonel David Crenshaw an, sondern als Colin Munro. Das ist ein junger Pilot, der noch keine Freigabe für Raketen oder Maschinengewehr hat. Deshalb stehen endlich Flugstunden auf dem Programm: Loopings, Schrauben und andere aberwitzige Flugeinlagen sind gefordert. Die Steuerung unterscheidet sich hier nicht vom Vorgänger. Spieler, die Hawx gespielt haben, werden schnell den Einstieg in die Luftakrobatik finden, auch in Hawx 2 sind unrealistische Dogfights an der Tagesordnung. In diesen Kämpfen begibt sich der Spieler auf kurze Distanz und muss durch schnelles Abbremsen und enges Kurvenfliegen den Gegner ins Fadenkreuz nehmen.

Simple Luftkämpfe ade

Die Kampagne von Hawx 2 ist besser gelungen als beim Vorgänger. Der Spieler verkörpert in fast jeder Mission eine andere Figur und wechselt in ein anderes Umfeld. So steuert er beispielsweise eine Aufklärungsdrohne, die die Umgebung nach Wärmesignaturen und Geräuschen absucht. Diese Daten werden für die Bergungsmission ausgewertet, so dass der abgestürzte Colonel David Crenshaw schließlich geortet wird. In der anschließenden Mission tritt der Spieler als Bordschütze in einem AC-130 Bomber an. Das Flugzeug kann dank der Aufklärungsarbeit der Drohne starten und eine Ghost-Spezialeinheit am Boden unterstützen. Sie begibt sich zu dem Gebäude, in dem sich der Colonel befindet, und befreit ihn.

Die Level stammen wie im Vorgänger von Geoeye(öffnet im neuen Fenster) . Das ist ein reales Satellitenprogramm, mit dessen Hilfe die Erde aus dem Weltall abfotografiert wird. Ab einer Höhe von 1.000 Metern wirkt das in Hawx spektakulär. Doch sobald der Spieler niedriger fliegt, werden aus den fotorealistischen Landschaften unscharfe Farbkleckse. Leider liegen, wie auch im Vorgänger, kleine Häuser auf den Texturen. Städte und Dörfer wirken so wie Pappaufsteller, die auf eine Karte gesetzt wurden.

Jedes zerstörte Flugzeug in der Kampagne bringt Erfahrungspunkte. Genug Punkte sorgen wiederum für einen Rangaufstieg, womit der Spieler neue Fähigkeiten oder Flugzeuge für den Mulitplayer-Modus freischalten kann. Insgesamt 31 Flugzeuge und 39 Fähigkeiten bietet Ubisoft dem Spieler, um seine persönliche Spielweise in den Multiplayer zu integrieren. Luftüberlegenheit, Ausweichen, Schaden, Bodenangriff und die elektronische Kriegsführung stehen hier als Kategorien zur Auswahl.

Hawx 2 ist für rund 60 Euro für Xbox 360 und die Playstation 3 erhältlich. PC-Spieler müssen sich noch bis zum 28. Oktober 2010 gedulden.

Fazit

Hawx 2 bietet Spielern, die den Vorgänger gemocht haben, neue Missionen, bessere Grafik sowie ein komplexeres Level-System. Ein bisschen mehr Realismus hätte diesem Titel aber nicht geschadet. Fans von Flugsimulatoren und Spieler, die eine spannende Story suchen, sollten von Hawx 2 Abstand nehmen. Denn obwohl der Autor Tom Clancy eigentlich für gute Geschichten steht, gibt es hier weder eine spannende Handlung noch Tiefe; alles wirkt aufgesetzt. Das ist für ein Vollpreisspiel zu wenig. Deswegen abwarten, bis es günstiger wird.


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