Vorwurf

Microsoft Russland hilft bei Verfolgung Oppositioneller

Microsofts Anwälte sollen in Russland daran beteiligt sein, Bürgerrechtler zu verfolgen. Urheberrechtsverletzungen werden laut einem Zeitungsbericht als Vorwand genutzt, um willkürlich Computer zu beschlagnahmen.

Artikel veröffentlicht am ,
Vorwurf: Microsoft Russland hilft bei Verfolgung Oppositioneller

Die russische Regierung arbeitet mit Microsoft zusammen, um Oppositionelle unter dem Vorwand der Urheberrechtsverletzung zu verfolgen und deren Computer zu beschlagnahmen. Das berichtete die New York Times unter Berufung auf Umweltaktivisten, Bürgerrechtler, Rechtsanwälte und oppositionelle Zeitungsredaktionen aus Russland. Während illegale Softwarenutzung in Russland weit verbreitet ist, komme es fast nie zu Durchsuchungen bei staatstragenden Medien und Anwaltsbüros.

Stellenmarkt
  1. Projektleiter Business Transformation Consulting (PBTC) (m/w/d)
    Allianz Deutschland AG, Unterföhring (bei München)
  2. Lehrkraft für besondere Aufgaben (m/w/d) mit Schwerpunkt "Digitalisierung in Wirtschaft und ... (m/w/d)
    Duale Hochschule Gera-Eisenach, Gera
Detailsuche

Die Umweltschützergruppe Baikal Environmental Wave setzt sich dafür ein, dass der von Ministerpräsident Wladimir Putin unterstützte Betrieb einer Papierfabrik am sibirischen Baikalsee gestoppt wird, weil durch die Wiedereröffnung einer der größten Süßwasserspeicher der Erde erneut verseucht werde. Galina Kulebjakina, Vizechefin von Baikal Environmental Wave, erklärte der Zeitung, ihre Gruppe nutze keine unlizenzierte Software, weil die Umweltschützer dem Staatsapparat keinen Vorwand liefern wollten. Dennoch seien Computer mit wichtigen Dateien beschlagnahmt worden. Ein Vertreter der Regierungsabteilung für Antiextremismus sei bei der Durchsuchung zugegen gewesen. Über fünf Monate seien die Rechner nicht zurückgegeben worden.

Als die Umweltschützer Microsoft Russland um Hilfe baten, habe die Landestochter nicht reagiert, obwohl Kaufquittungen für die Software auf allen Computern vorlagen. "Microsoft wollte uns nicht helfen, was das einzig Richtige gewesen wäre", sagte Kulebjakina der Zeitung.

Die Bürgerrechtler der Moskauer Helsinki Gruppe wandten sich in diesem Jahr an Microsoft Russland und warfen dem Unternehmen vor, mitschuldig zu sein an der "Verfolgung von Aktivisten der Zivilgesellschaft". Die Polizei beschlagnahme Computer, ohne zu prüfen, ob sich darauf unlizenzierte Software befinde.

Golem Karrierewelt
  1. Go für Einsteiger: virtueller Zwei-Tages-Workshop
    26./27.09.2022, Virtuell
  2. Einführung in Unity: virtueller Ein-Tages-Workshop
    12.08.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

In Samara an der Wolga habe die Polizei mit Unterstützung eines weiteren Microsoft-Anwalts Rechner bei zwei regierungskritischen Zeitungen beschlagnahmt, erklärte der Redakteur Sergej Kurt-Adschijew der Zeitung.

Als Reaktion auf den Bericht der New York Times hat Microsoft angekündigt, sein Vorgehen in Russland zu überprüfen. "Wir nehmen die angesprochenen Bedenken sehr ernst", sagte Kevin Kutz, Director Public Affairs bei Microsoft, in einer Erklärung. Das Unternehmen werde sicherstellen, dass seine Anwälte "klarer definierte Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten" bekämen. "Wir haben unsere Produkte vor Piraterie zu schützen, aber wir haben auch eine Verpflichtung zur Achtung grundlegender Menschenrechte", sagte Kutz. Microsoft sei beiden Zielen verpflichtet, aber offen dafür, "sich in dieser Hinsicht zu verbessern". Microsoft stelle den Bürgerrechtlern zudem über ein Programm in dem Land kostenlose und vergünstigte Software zur Verfügung.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Tiberius Kirk 13. Sep 2010

Tot gemacht nicht, aber mundtot gemacht, wie in dem hier in Rede stehenden Vorgang auch...

christemp 13. Sep 2010

aber es hat ja gereicht um uns zu veranlassen hier was dazu zu schreiben sowas nennt sich...

XingXing 13. Sep 2010

... da verfolgt Messias Stevie die Ungläubigen nämlich höchst persönlich und braucht dazu...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Sparmaßnahmen
"Komplettes Chaos" nach Entlassungen bei Oracle

Auch Oracle hat einen massiven Stellenabbau begonnen. Das Unternehmen will eine Milliarde US-Dollar an Kosten einsparen.

Sparmaßnahmen: Komplettes Chaos nach Entlassungen bei Oracle
Artikel
  1. Klimawandel: SSDs sind klimaschädlicher als mechanische Festplatten
    Klimawandel
    SSDs sind klimaschädlicher als mechanische Festplatten

    Während ihrer Lebensdauer verursacht eine SSD fast doppelt so hohe CO2-Emissionen wie eine mechanische HDD.

  2. Momentum 4 Wireless: Sennheisers neuer ANC-Kopfhörer hält lange durch
    Momentum 4 Wireless
    Sennheisers neuer ANC-Kopfhörer hält lange durch

    Guter Klang, hohe ANC-Leistung und eine Akkulaufzeit von 60 Stunden verspricht Sennheiser für den neuen ANC-Kopfhörer Momentum 4 Wireless.

  3. Microsoft Loop: Riesenkonzept mit Riesenchance auf Riesenchaos
    Microsoft Loop
    Riesenkonzept mit Riesenchance auf Riesenchaos

    Sehr unauffällig rollt Microsoft seine neue Technik Loop für die Onlinezusammenarbeit aus. Admins sollten sie jetzt schon auf dem Schirm haben, denn sie ist vielversprechend, erfordert aber viel Eindenken. Wir erklären sie im Detail.
    Von Mathias Küfner

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (Gainward RTX 3070 559€, ASRock RX 6800 639€) • WD Black 2TB m. Kühlkörper (PS5) 219,90€ • Gigabyte Deals • Alternate (DeepCool Wakü 114,90€) • Apple Week bei Media Markt • be quiet! Deals • SSV bei Saturn (u. a. WD_BLACK SN850 1TB 119€) • Gamesplant Summer Sale [Werbung]
    •  /