Touch Device: Mobiltelefon bekommt akustischen Touchscreen

Neidisch auf die Besitzer von Smartphones , die ihr Gerät mit lässigem Wischen über den Touchscreen bedienen, während man selbst auf Tasten angewiesen ist? Das britische Unternehmen Input Dynamics hat eine Lösung: Es hat die Software Touch Device(öffnet im neuen Fenster) entwickelt, die aus jedem beliebigen Mobiltelefon ein Gerät mit Touchscreen macht.
Tippen und Wischen
Das funktioniert über das Mikrofon des Mobiltelefons: Jedes Tippen auf den Bildschirm oder das Gehäuse des Geräts erzeugt ein bestimmtes Geräusch. Das Mikrofon nimmt die Geräusche auf, die entstehen, wenn der Nutzer auf das Gehäuse tippt oder darüberwischt. Die Software analysiere dann, an welcher Stelle auf dem Telefon er getippt oder gewischt habe und setze diese Eingabe in Steuerbefehle um, erklärte der Entwickler Giovanni Bisutti dem britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist(öffnet im neuen Fenster) .
Zunächst müsse die Software auf die akustischen Eigenschaften des Gerätes angepasst werden, sagte Bisutti. Das sei aber einfach und nicht sehr teuer. Danach könne das Mobiltelefon bedient werden, als habe es einen Touchscreen: Touch Device besteht aus zwei Komponenten: Touch Tap versteht Klicks auf Links oder Schaltflächen in Programmen. Touch Swipe erkennt Wischbewegungen, die zum Scrollen, Drehen oder Vergrößern genutzt werden.
Multitouch mit Fingernagel oder -kuppe
Derzeit erkennt die Software Eingaben mit dem Fingernagel oder einem Stift. Input Dynamics will sie so weiterentwickeln, dass sie künftig unterscheiden kann, ob der Nutzer mit dem Nagel oder Fingerkuppe tippt oder wischt. Außerdem soll das System multitouchfähig werden.
Bisutti hat das System gestern auf der Konferenz Meerkats and Avatars in Cambridge, wo Input Dynamics auch ansässig ist, vorgestellt. Nach eigenen Angaben verhandelt das Unternehmen mit einigen der großen Mobiltelefonhersteller über die Implementierung von Touch Device. Die Hersteller seien durchaus daran interessiert, da sie ihre Geräte so mit einem Touchscreen ausstatten könnten, ohne dass sie dafür eigens teure Hardware verbauen müssten. Weiterer Vorteil sei, dass sich die Software auch in bereits existierende Geräte integrieren lasse.



