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Vereinigte Arabische Emirate: USA nutzen Blackberry-Daten zur Spionage

Der Polizeichef von Dubai beschuldigt die USA, Blackberry-Daten zu Spionagezwecken zu benutzen. Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate fordert Zugang zu den verschlüsselten E-Mail-Daten.
/ Achim Sawall
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Dhahi Khalfan Tamim
Dhahi Khalfan Tamim

Ein Polizeichef aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hat erklärt, die Geheimdienste der USA, Israels und Großbritanniens würden sich Zugang zu Blackberry-Nutzerdaten verschaffen. Darum versuche seine Regierung, den Gebrauch der Smartphones einzuschränken, sagte Dhahi Khalfan Tamim aus Dubai laut einem Bericht der Zeitung al-Khaleej(öffnet im neuen Fenster) . "Die Vereinigten Staaten sind der hauptsächliche Nutznießer davon, dass es keine Kontrollmöglichkeiten für den Blackberry gibt, weil sie ein Interesse daran haben, die Emirate auszuspionieren" , sagte er. "Der Westen beschuldigt uns, die Freiheit der Blackberry-Nutzer einzuschränken, während die USA, Israel und Großbritannien Zugriff auf alle übertragenen Daten haben." Der Polizeichef sprach bei einem Gipfeltreffen arabischer Telekom-, IT-Manager und Regierungsvertreter.

Die Emirate, in denen es 500.000 Blackberry-Nutzer gibt, liefern sich mit dem Betreiber und Gerätehersteller Research in Motion (RIM) seit längerem eine öffentliche Auseinandersetzung. Die Regierung der Föderation hatte angedroht, Blackberry-Dienste vom 11. Oktober 2010 an zu blockieren, wenn RIM ihnen keinen Zugang zu verschlüsselten Nachrichten gewährt.

Saudi-Arabien begründete seine Forderung, Einblick in den verschlüsselten Datenstrom von Blackberry-Kunden zu erhalten, dagegen mit dem Schutz vor Terroranschlägen. In einer Stellungnahme erklärte RIM, dass das Unternehmen keinem Land Zugriff auf die Blackberry-Daten gewähre: "Die Blackberry-Enterprise-Lösung wurde entwickelt, um RIM oder jedwede dritte Partei unter allen Umständen daran zu hindern, verschlüsselte Informationen lesen zu können. Verschlüsselte Daten werden von RIM weder gespeichert noch können diese Daten eingesehen werden. RIM ist nicht in der Lage, Forderungen nach einer Kopie des Schlüssels zur Verschlüsselung nachzukommen, da weder RIM noch irgendein Provider noch irgendeine dritte Partei über einen Schlüssel verfügt - zu keinem Zeitpunkt."


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