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Fusion-Prozessor Bobcat: AMD zeigt Atom-Konkurrenten in Berlin in Betrieb

Ifa 2010
Nach einigen kurzen Vorführungen in den USA zeigt AMD seinen ersten Fusion-Prozessor mit Bobcat-Architektur auf der Ifa ausführlich und im Betrieb mit 3D-Anwendungen. Dabei ist auch der winzige Chip selbst zu sehen. Eine neue Zahl hatte AMD auch parat: Nur 9 Watt TDP soll einer der Bobcats aufweisen.
/ Nico Ernst
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Das winzige Die des Ontario
Das winzige Die des Ontario

Nur Kunden und Journalisten stellt AMD auf Anfrage eine Testplattform mit dem Prozessor "Ontario" vor. Dies ist der erste Chip mit der kürzlich vorgestellten Bobcat-Architektur. Gleichzeitig wird Ontario auch AMDs erste Fusion-APU sein. Mit "The future is fusion" bewirbt AMD seit knapp zwei Jahren, dass Prozessor- und Grafikkerne auf einem Die verschmelzen werden.

Auf der Ifa erlaubt AMD zwar Bilder des BGA-Gehäuses und damit auch des Dies, nicht aber Aufnahmen der Testplattform. Sie ist ein typisches Laborgerät, bei dem auf einem übergroßen Mainboard zahlreiche Anschlüsse für Messungen vorhanden sind. Das sieht für einen Mobilprozessor nicht nur seltsam aus – ist aber branchenüblich -, sondern kann Konkurrenten auch Hinweise auf die Entwicklungsmethoden von AMD geben.

9 bis 18 Watt für Ontario

Die Plattform wird über einen herkömmlichen Monitor und ebensolche Maus und Tastatur betrieben, der Kühlkörper des Ontario wurde bei kaum vernehmbarer Lautstärke nicht einmal handwarm. Nach neuen Angaben soll der Prozessor je nach Version zwischen 9 und 18 Watt TDP besitzen. Für wie viele Kerne das gilt, hat AMD aber noch nicht verraten, denn: Auf Basis der Bobcat-Architektur sind CPUs mit ein oder zwei Cores geplant.

HD-Videos, Office und 3D-Spiele

Bei der Vorstellung der Architektur zur Konferenz Hot Chips hatte AMD zwar von "bis zu einem Watt pro Core" als minimale TDP gesprochen, aber das gilt eben nur für einen Kern selbst. In einer Ontario-APU sind aber noch Speichercontroller und ein Grafikkern mit Funktionen nach DirectX-11 enthalten. Zum Vergleich: Intels Atom N450, der in vielen Netbooks zu finden ist, kommt mit einem Kern und DirectX-9-Grafik auf 5,5 Watt TDP, der neue – aber noch rare – Dual-Core N550 auf 8,5 Watt.

Gegenüber Intels Atomen sollen die Bobcats aber viel schneller sein, denn sie arbeiten mit einer Out-of-Order-Architektur, Intel hat beim Atom absichtlich auf In-Order gesetzt, um Leistungsaufnahme und Diefläche zu sparen. Konkrete Werte wie Benchmarks nennt AMD zwar noch nicht, aber das dürfte sich bald ändern: Wie der Chiphersteller auf der Ifa erneut bekräftigte, sollen erste Serienexemplare des Ontario bereits im vierten Quartal 2010 ausgeliefert werden. Spätestens zur CES Anfang Januar ist dann mit Netbooks und größeren, besonders flachen Notebooks zu rechnen.

Dass der Chip schon vollständig funktioniert, zeigte AMD in Berlin mit dem Full-HD-Video des Renderfilms "Big Buck Bunny", Office 2010 und der Betaversion des Internet Explorer 9. Als Demo für ein 3D-Spiel kam "City of Heroes" zum Einsatz. Auf die Frage, ob sich mit der Plattform auch 'Starcraft 2' spielen lasse, sagte AMD, das sei bei reduzierten Details ebenfalls flüssig möglich. Die in der Bildergalerie zu dieser Meldung wiedergegebenen Screenshots stammen von der Testplattform des Ontario. [von Andreas Sebayang und Nico Ernst]


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