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Mobiler Fermi: Sieben GPUs für Notebooks mit DirectX-11 von Nvidia

Nach dem 100-Watt-Chip Geforce GTX 480M stellt Nvidia jetzt eine breite Palette von mobilen Grafikprozessoren vor, die auch in Notebooks mit kleinen Gehäusen passen. Die Zahl der Rechenwerke wurde weiter reduziert, erste Benchmarks sind dennoch vielversprechend. Dank Optimus können die Notebooks im Zusammenspiel mit Intels Core-i-CPUs lange laufen.
/ Nico Ernst
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Die unter dem Codenamen 400M geführten GPUs werden bereits seit längerem ausgeliefert und sollen laut Nvidia von allen namhaften Notebookherstellern verkauft werden. Der Termin der Markteinführung ist so gewählt, dass die neuen Mobilrechner noch zum Jahresendgeschäft verfügbar sein werden - zudem findet in Berlin derzeit die Ifa statt.

Wie schon der GF104 auf der Geforce GTX 460 ist der 400M eine Neuentwicklung, die deutlich sparsamer ist als die erste Fermi-GPU GF100 für Desktops. Beim schon länger erhältlichen mobilen GTX 480 handelt es sich dagegen um einen GF100, dem 128 der ursprünglichen 480 Rechenwerke abgeschaltet wurden. Nur so war die Leistungsaufnahme auf 100 Watt zu drücken, was gerade noch in Desktop-Replacements wie die 5-Kilo-Notebooks von Schenker und Eurocom passt - auch mit zwei GPUs.

Zum 400M macht Nvidia bisher zwar öffentlich noch keine Angaben zur Leistungsaufnahme. Von Notebookherstellern ist jedoch zu hören, dass die GPUs allesamt unter 50 Watt liegen sollen, die kleinsten Modelle sogar unter 20 Watt. Damit eignen sie sich für alle Formfaktoren vom flachen 13-Zöller bis zum Gaming-Boliden mit 18-Zoll-Display. Gefertigt werden die Grafikprozessoren weiterhin bei TSMC in 40-Nanometer-Technik.

Mit einer bei Technikfans wenig geliebten Tradition bricht Nvidia diesmal: Da die neuen GPUs DirectX-11 beherrschen, wäre eine Umbenennung älterer Produkte auch wenig sinnvoll. Der 400M wird folglich das gesamte Mittelfeld bis zur Oberklasse ersetzen. Lediglich die Einsteigermodelle Geforce 305M und 310M für DirectX-10 will Nvidia bis auf weiteres anbieten.

GT 445M mit zwei Speichertypen

Die Namen der neuen Grafikprozessoren lauten in Reihenfolge ihres Tempos GT 415M, GT 420M, GT 425M, GT 435M, GT 445M, GTX 460M und GTX 470M. Für eine GTX 450M, deren Desktoppendant bald vorgestellt werden soll, ist damit noch Platz. Wie bei Notebook-GPUs üblich haben Hersteller der Rechner das letzte Wort bei Taktfrequenzen und Speicherausstattung.

Die vier kleinsten neuen GPUs beherrschen jedoch nur den Umgang mit GDDR3, erst bei der 445M ist auch GDDR5 möglich. Für die beiden GTX-Prozessoren schreibt Nvidia den schnelleren und sparsameren Speicher dann auch vor. Bei der Geforce GT 445M lohnt es sich also, die genauen Spezifikationen ausdrücklich beim Anbieter einzufordern - vor allem, weil der Speicher bei GDDR3 bis zu 800 MHz schnell sein kann, oder mit GDDR5 1.250 MHz.

3DTV Play für Stereoskopie

Ebenso ist zu beachten, ob mit einem 400M-Notebook auch die Software "3DTV Play" geliefert wird. Damit lassen sich 3D-Fernseher über HDMI ansteuern und die proprietären Shutterbrillen des TVs nutzen. Laut Nvidia sollen alle Fermi-Notebooks dafür tauglich sein, auch die mit den kleinsten GPUs.

Alle neuen GPUs eignen sich für Nvidias Technik Optimus. Dabei kann der integrierte Grafikkern einer Intel-Core-i-CPU automatisch zugunsten des 400M abgeschaltet werden, wenn eine 3D-Anwendung gestartet wird. Ob das auch bei AMDs kommenden Fusion-Prozessoren mit integrierter Grafik klappt, konnte Nvidia noch nicht sagen. Der 400M lässt sich aber auch ohne Optimus mit bisherigen AMD-Prozessoren koppeln, dann läuft die Nvidia-GPU aber immer, was die Akkulaufzeit senkt.

Ausführliche Benchmarks zu allen GPUs liegen noch nicht vor, auch nicht von Nvidia. Golem.de konnte jedoch mit einem Vorserienmodell von Asus' 18,4-Zöller N73 bereits einen Geforce GT 425M vermessen, also die erste GPU der Mittelklasse mit 96 Rechenwerken. Zusammen mit einem Core i7 720QM kommt der Rechner im Performance-Profil des 3DMark Vantage auf 3.411 Punkte. Er liegt damit auf dem Niveau von AMDs bereits seit einem halben Jahr erhältlichen Serie der mobilen Radeon 5700.


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