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Unreal Engine 3 auf iOS: Epics Demo Citadel setzt Maßstäbe auf iPhone und Co.

Zeitgleich mit der Vorstellung der neuen iPods hat Epic eine Technologiedemo seiner neuen Engine für mobile Geräte zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt. Das Programm namens Citadel zeigt, was auf iPod, iPhone und iPad möglich ist.
/ Nico Ernst
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Epics eigenes Spielestudio Chair Entertainment entwickelt derzeit unter dem Codenamen Project Sword ein Onlinerollenspiel, das exklusiv für Geräte mit Apples iOS 4 erscheinen soll. Schon bei Apples Vorstellung der neuen iPods wurde das Spiel kurz gezeigt, danach hat Epic die Demo Epic Citadel gratis in den iTunes Store gestellt.

Epic Citadel - Eindrücke (Gameplay) auf dem iPhone 3GS
Epic Citadel - Eindrücke (Gameplay) auf dem iPhone 3GS (03:10)

Das Programm läuft auf allen Geräten mit iOS 4, aber nicht auf dem iPod touch 2G mit 8 GByte - dieses Modell bietet Apple zwar noch an, es verfügt aber nicht über die Hardware, die für die beeindruckende Grafik von Epic Citadel nötig ist. Das gilt auch für das iPhone 3G.

Die mobile Unreal Engine 3 stellt in der Demo eine Vielzahl von Effekten dar, die es in dieser Kombination auf Handhelds bisher noch nicht gab. Dazu zählt Bump Mapping mit Normal Maps, was sich besonders gut an den Steinen der Gebäude zeigt: Sie scheinen aus der Mauer herauszuwachsen. Bump Mapping ist auf PCs schon lange üblich, wird aber zunehmend von Techniken wie der Tessellation verdrängt. Auf mobilen Geräten ist es weiter interessant, weil es bei passender Hardware nur wenig Rechenleistung erfordert.

Epic gibt in seinen Erklärungen zu Citadel(öffnet im neuen Fenster) auch an, die gesamten Szenen würden mit ganzheitlicher Beleuchtung angestrahlt. Diese "global illumination" wäre für mobile Geräte ebenfalls ein Novum. Den realitätsnahen Schattenwurf und die weichen Farbverläufe sollen Entwickler ohne großen Aufwand mit dem System Unreal Lightmass gestalten können.

Dynamische Texturen, freies SDK

Im Vergleich zu ehemaligen mobilen Grafikreferenzen wie God of War: Chains of Olympus auf der PSP fällt das Licht in Epic Citadel weitaus realistischer aus. So gibt es unter anderem keine Hilfslichter, die dunkle Ecken beleuchten sollen, oder selbst strahlende Wände, wo gar keine Lichtquelle in der Nähe ist. Mit solchen Tricks behalfen sich Entwickler bisher oft, um Rechenzeit zu sparen.

Das Beleuchtungssystem ist eng mit den Texturen verknüpft, die über eigene Masken Helligkeit und Farbe annehmen können. Damit will Epic unter anderem weiche Verläufe an Kanten von verschiedenen Texturen erreichen. Bisher gab es vor allem bei mobilen Geräten häufig harte Kanten an diesen Stellen, weil die Texturen getrennt von anderen Schritten der Rendering-Pipeline behandelt wurden. Wer für iOS entwickelt, kann all diese Effekte selbst ausprobieren. Das Unreal Development Kit (UDK) steht zum freien Download(öffnet im neuen Fenster) bereit.

Einen Termin für Project Sword gibt es noch nicht. Unter dem Stichwort Citadel ist aber die Demo im iTunes Store als Vorgeschmack leicht zu finden. Sie läuft auf iPhones ab Version 3GS, auf dem iPad und dem iPod touch ab der dritten Generation und kostet nichts.


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