Intentionserkennung: Der Roboter soll verstehen, was der Mensch macht
Die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter zu verbessern – das ist das Ziel von Dominik Henrich und Muhammad Awais. Die beiden Wissenschaftler der Universität Bayreuth haben ein System zu Intentionserkennung für Roboter entwickelt.
Unmittelbar reagieren
Erkennt der Roboter, was der Mensch will, kann er direkt darauf reagieren, was die Zusammenarbeit der beiden effizienter gestaltet. Henrich und Awais haben sich auf den Einsatz im Arbeitsumfeld konzentriert, wo der Roboter beispielsweise Gegenstände transportieren oder aufeinanderstapeln soll. Ziel war, dem Roboter die Handlungsanweisung nicht per Knopfdruck zu übermitteln, sondern ihn dazu zu bringen, mitzudenken.
Die beiden Wissenschaftler haben dem Roboter zunächst beigebracht, welche komplexen Handlungen der Mensch im Rahmen der Zusammenarbeit ausführt und welche Absichten er jeweils damit verfolgt. Die komplexen Handlungen des Menschen wurden dazu in Abfolgen einfacher Handlungen zerlegt.
Erkennen und Verstehen
Der Roboter beobachtet mit seinem Kameraauge den Menschen. Dank des Algorithmus von Henrich und Awais erkennt der Roboter die Handlung, die der Mensch gerade durchführt und weiß, welchem Zweck diese dient. Der Roboter kann dann selbstständig darauf reagieren, ohne dass der Mensch ihn aktiviert.
Die beiden Forscher haben ihren Algorithmus anhand eines Roboterarms in ihrem Labor getestet. Der Roboter unterstützte die beiden dabei, Gegenstände zu stapeln und zu transportieren. Der Roboter verstand, was der Mensch gerade tat und habe sich, so die Forscher, "proaktiv am Geschehen beteiligt"."Wir sind zuversichtlich, dass sich die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter auf diesem Weg noch intuitiver gestalten lässt. Möglicherweise lässt sich unser Ansatz eines Tages auch im Industriemaßstab realisieren", resümiert Henrich.



