Lucidlogix Unity: Neue Grafikkarte mit alter koppeln - ohne Spezialmainboard
Unter dem Namen Hydra hatte Lucidlogix bereits 2008 seine eigene Technik zur Verbindung von Grafikkarten vorgestellt . Dafür musste ein Spezialchip des Unternehmens auf dem Mainboard vorhanden sein, nur MSI bot ein solches Gerät an – Asus hatte auch Interesse, entwickelte aber kein Hydra-Board bis zur Marktreife.
Erste Tests wiesen auf massive Treiberprobleme hin, dennoch entwickelten sowohl Lucid als auch MSI die Technik weiter. Vor der Computex 2010 kündigte das Unternehmen gleich drei neue Hydra-Mainboards an. Der besondere Reiz der Lösung: Wenn die Kombination aus Lucid-Chip, Nvidia- und AMD-Treiber sowie dem eigenen Treiber für Hydra funktioniert, lassen sich fast beliebige Grafikkarten koppeln. Sie berechnen dann, wie SLI und Crossfire, die Bilder eines Spiels gemeinsam.
Das klappt auch dann, wenn die GPU-Hersteller die Kombination der Karten selbst nicht vorgesehen haben. Bei Nvidia lassen sich ab Werk meist nur gleiche Grafikprozessoren koppeln, AMD erlaubt in der Regel immerhin noch die Verbindung innerhalb derselben Serie. Die Hydra-Boards erlauben mehr Flexibilität, der Anwender war aber damit auf das Mainboard festgelegt, auf dem der Chip von Lucidlogix sitzt.
Hydra auf Grafikkarte statt Mainboard
Dieser Baustein zieht nun um: Wie das Unternehmen angekündigt hat ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ), soll ein neuer Chip namens Hydralogix 200 in Zukunft auf einer Grafikkarte sitzen. Ein bestehendes System lässt sich damit um die Hydra-Funktion erweitern: Die alte Grafikkarte bleibt im selben Board stecken und die Karte mit Lucid-Baustein übernimmt die Regie. Der Chiphersteller nennt das Konzept Unity.
Grafikkarten nur von Powercolor?
Wie viele GPUs sich damit gemeinsam betreiben lassen, hat Lucid noch nicht erklärt – die Abbildungen des Unternehmens legen aber bis zu fünf Grafikprozessoren nahe. Explizit erwähnt werden an dieser Stelle drei GPUs(öffnet im neuen Fenster) . Ebenso lässt sich derzeit nur aus den Grafiken schließen, dass die GPUs ihre Daten über den PCI-Express-Bus austauschen sollen. Bei SLI und Crossfire sowie der ersten Hydra funktioniert das ebenso, die Verbindungen an der Oberseite der Grafikkarten dienen nur für einige Synchronisationssignale.
Auch moderne Grafikkartenserien sollen sich über Herstellergrenzen hinweg koppeln lassen. Lucid gibt als Beispiel einen Rechner mit einer GTX 260 oder Radeon 4750 an, der sich um eine GTX 450 – die noch gar nicht angekündigt ist – oder um eine 5750 erweitern lässt. Dabei dürfte der Anwender aber wie bisher auf die Treiberversionen der GPU-Hersteller beschränkt sein, die vom Lucid-Treiber unterstützt werden.
Welche Grafikkartenhersteller den Hydralogix-Chip verbauen werden, geben die Israelis noch nicht an. Auf der Computex 2010 war jedoch schon eine Grafikkarte mit dem Baustein zu sehen, die von Powercolor stammte. Sie ist unter anderem bei Semiaccurate(öffnet im neuen Fenster) abgebildet. Lucid gibt jedoch an, dass die ersten Produkte rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft erscheinen sollen.
Preise unter 200 US-Dollar
Das Unternehmen rechnet mit Preisen unter 200 US-Dollar, gibt aber noch nicht an, welche GPU dann auf der Karte sitzen soll. Bei einem moderaten Aufpreis könnte das System diesmal aber etwas weitere Verbreitung finden als die erste Lösung mit dem Hydra-Chip auf dem Mainboard.



