Fraunhofer IIS: Videokommunikation in HD mit geringer Verzögerung
Videochats mit schlechter Bild- und Tonqualität gepaart mit großer Verzögerung, so dass sich die Gesprächspartner häufig ins Wort fallen, sollen dank einer neuen Technik des Fraunhofer IIS bald der Vergangenheit angehören. Auf der Ifa in Berlin, die in dieser Woche startet, wollen die Fraunhofer-Forscher ein System zeigen, das Teil des EU-Projekts "Together Anywhere, Together Anytime" (TA2) ist. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird Technik entwickelt, um die Kommunikation zwischen weit entfernt lebenden Freunden und Familien zu verbessern.
Für hohe Audioqualität sorgt dabei die Fraunhofer Audio Communication Engine mit dem MPEG-Audiocodec Enhanced Low Delay AAC (AAC-ELD), die nun durch eine neue Videotechnik mit besonders niedriger Verzögerung ergänzt wird. So soll eine flüssige HD-Kommunikation für daheim entstehen.
"Bisherige Videotechnologien haben entweder eine große Codierverzögerung und sind damit für Kommunikation nicht geeignet, oder sie haben eine niedrige Verzögerung und sind auf teure Spezialhardware oder hohe Datenraten angewiesen", sagt Nikolaus Färber, Projektleiter Videokommunikation am Fraunhofer IIS. Die von seinem Team entwickelte Lösung soll hingegen eine sehr niedrige Verzögerung bieten und nutzt dazu normale PC-Hardware in Kombination mit Bandbreiten, wie sie dank DSL schon heute üblich sind.
Möglich wird dies durch die Kombination einer speziell optimierten Version des Videocodecs H.264 und einer eigenentwickelten PC-Karte für die Bilderfassung. Die Latenz des Systems soll bei unter 100 Millisekunden liegen und damit für die Nutzer nicht mehr wahrnehmbar sein.
Das Fraunhofer-System für HD-Kommunikationssysteme wird auf der Ifa in Halle 8.1 am Stand 5/7 zu sehen sein.
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