Abo
  • IT-Karriere:

Studie

E-Books haben in Deutschland Startschwierigkeiten

Das Angebot ist zu gering, das Produkt zu wenig bekannt und zu teuer - das Geschäft mit den digitalen Büchern läuft hierzulande noch schleppend. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie zu E-Books. In wenigen Jahren soll das Geschäft an Fahrt gewinnen. Allerdings droht der deutsche Buchhandel dabei leer auszugehen.

Artikel veröffentlicht am ,
Studie: E-Books haben in Deutschland Startschwierigkeiten

Auch wenn inzwischen eine größere Anzahl von E-Book-Readern erhältlich ist, wissen viele Deutsche immer noch nichts mit dem Begriff E-Book anzufangen. Zu dem Ergebnis kommt die Studie "E-Books in Deutschland - Eine neue Gutenberg-Ära?" von Pricewaterhouse Coopers (PwC). Dennoch werden sich, so das Beratungsunternehmen, die digitalen Bücher in den kommenden Jahren hierzulande etablieren.

Zu wenig E-Books

Stellenmarkt
  1. INNEO Solutions GmbH, Leipzig
  2. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, Wolfsburg, Braunschweig, Berlin

Derzeit hätten die E-Books hierzulande noch einen schweren Stand - anders als etwa in den USA und Großbritannien. Grund dafür sei, dass das Angebot an E-Books "noch zu gering" sei. Es stünden zwar über 100.000 Titel in digitaler Form zur Verfügung, was immerhin acht Prozent aller lieferbaren Bücher entspreche. Aber im ePub-Format, dem offenen Format, das von den meisten E-Book-Readern dargestellt werden kann, sind es nur rund 8.000. Viele Titel, die legal nicht als E-Book zur Verfügung stehen, gibt es dennoch im Internet - kostenlos in den Tauschbörsen.

Hinzu kommt, dass die elektronischen Bücher im Vergleich zu den gedruckten recht teuer sind. Der Kunde müsse für die digitale Ausgabe eines Bestsellers im Schnitt 15,50 Euro bezahlen - das seien nur etwa 3 Euro weniger als für die gebundene. Ist das Buch schon als Taschenbuch erschienen, liegt die Ersparnis bei gerade mal etwa 40 Cent.

Zu teuer

Damit gehe, so PwC, "die Preisgestaltung eindeutig an den Vorstellungen der Käufer vorbei." Zieht man die Anschaffungskosten für das Lesegerät in Betracht, sind die elektronischen Bücher gegenüber den gedruckten nicht sehr attraktiv - im Gegensatz etwa zu den USA, wo die Händler die E-Books deutlich günstiger anbieten als die Bücher aus Papier.

Entsprechend wird der Umsatz mit E-Books aus dem Bereich Belletristik laut PwC in diesem Jahr voraussichtlich bei rund 20 Millionen Euro liegen. PwC ist jedoch optimistisch, dass sich die digitalen Bücher nach einem etwas schleppenden Start etablieren werden. 2015 soll der Umsatz aus dem Verkauf von E-Books auf 350 Millionen Euro ansteigen.

Farbbildschirm und Internet

Bis dahin werden, so die Schätzungen des Beratungsunternehmens, in Deutschland rund 2,5 Millionen E-Book-Reader verkauft werden. Bislang seien erst etwa 50.000 bis 80.000 Geräte im Umlauf. Wichtige Faktoren für eine weitere Verbreitung seien zum einen der Preis, der sinken müsse, zum anderen mehr Funktionen wie Farbbildschirm oder ein drahtloser Internetzugang.

Ein Grund für die geringe Verbreitung der E-Books ist ihre mangelnde Bekanntheit: In einer Umfrage, die im Rahmen der Studie durchgeführt wurde, sagten mehr als die Hälfte der 1.000 Befragten, sie wüssten nicht genau, was ein E-Book ist. Mit dem Begriff E-Reader konnten sogar nur 20 Prozent der Befragten etwas anfangen.

Papier statt E-Paper

"E-Books werden sich in Deutschland durchsetzen, wenn auch langsamer als in den USA oder Großbritannien", sagt Werner Ballhaus, der bei PwC den Bereich Technologie, Medien und Telekommunikation leitet. Doch legten Leser hierzulande noch großen Wert auf das haptische Erlebnis. "Das elektronische Lesegerät wird trotz scharfer und kontrastreicher Bildschirme nicht als gleichwertige Alternative zum gedruckten Buch akzeptiert. Doch dürfte sich dies auch angesichts der wachsenden Mobilität der Konsumenten ändern: Für die Lektüre unterwegs und zwischendurch sind E-Books eine interessante Alternative", resümiert Ballhaus.

Er warnt jedoch, dass "die deutsche Buchbranche droht, die Digitalisierung zu verschlafen." Er rät ihr dringend, Geschäftsmodelle für die digitalen Bücher zu entwickeln. Andernfalls drohte sie das Geschäft an internationale Anbieter wie Amazon oder sogar an branchenfremde Unternehmen wie Google oder Apple zu verlieren.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. 4K-Filme im Steelbook und Amiibo-Figuren)
  2. ab 99,00€
  3. (u. a. GTA 5 für 12,99€, Landwirtschafts-Simulator 19 für 27,99€, Battlefield V für 32,99€)
  4. 169,00€

ichselbst 01. Sep 2010

Ich hab mir die Dinger angeschaut, in-der-hand-gehabt und auch geblättert. Ich war auf...

M_Kessel 01. Sep 2010

Begreifen? Wo denn? Ich sehe noch keine Einsicht, außer das sie nach 'schärferen...

M_Kessel 01. Sep 2010

Bücher sind heutzutage immer noch in Schwarz-weiß erhältlich. Das liegt schlicht daran...

M_Kessel 01. Sep 2010

Ich bin sowas von 'für E-Books'. Allerdings bin ich auch sowas von 'gegen DRM' und...

M_Kessel 01. Sep 2010

Willkommen bei der Entwicklung einer lebendigen Sprache. Ich empfehle Ihnen dringend...


Folgen Sie uns
       


Google Nest Hub im Hands on

Ende Mai 2019 bringt Google den Nest Hub auf den deutschen Markt. Es ist das erste smarte Display direkt von Google. Es kann dank Google Assistant mit der Stimme bedient werden und hat zusätzlich einen 7 Zoll großen Touchscreen. Darauf laufen Youtube-Videos auf Zuruf. Der Nest Hub erscheint für 130 Euro.

Google Nest Hub im Hands on Video aufrufen
Zulassung autonomer Autos: Der Mensch fährt besser als gedacht
Zulassung autonomer Autos
Der Mensch fährt besser als gedacht

Mehrere Jahre haben Wissenschaftler und Autokonzerne an Testverfahren für einen Autobahnpiloten geforscht. Die Ergebnisse sprechen für den umfangreichen Einsatz von Simulation. Und gegen den schnellen Einsatz der Technik.
Von Friedhelm Greis

  1. Autonomes Fahren US-Post testet Überlandfahrten ohne Fahrer
  2. Mercedes-Sicherheitsstudie Wenn das Warndreieck autonom aus dem Auto fährt
  3. Einride T-Pod Autonomer Lkw fährt in Schweden Waren aus

Kontist, N26, Holvi: Neue Banking-Apps machen gute Angebote für Freelancer
Kontist, N26, Holvi
Neue Banking-Apps machen gute Angebote für Freelancer

Ein mobiles und dazu noch kostenloses Geschäftskonto für Freiberufler versprechen Startups wie Kontist, N26 oder Holvi. Doch sind die Newcomer eine Alternative zu den Freelancer-Konten der großen Filialbanken? Ja, sind sie - mit einer kleinen Einschränkung.
Von Björn König


    Lightyear One: Luxus-Elektroauto fährt auch mit Solarstrom
    Lightyear One
    Luxus-Elektroauto fährt auch mit Solarstrom

    Ein niederländisches Jungunternehmen hat ein ungewöhnliches Fahrzeug entwickelt, das Luxus und Umweltfreundlichkeit kombiniert. Solarzellen auf dem Dach erhöhen die Reichweite um bis zu 220 Kilometer.
    Von Wolfgang Kempkens

    1. Elektromobilität EnBW will weitere 2.000 Schnellladepunkte errichten
    2. Elektromobilität Verkehrsminister will Elektroautos länger und mehr fördern
    3. Elektroautos e.GO Mobile liefert erste Fahrzeuge aus

      •  /